PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind extrem langlebige Chemikalien, die sich in Umwelt und menschlichem Körper anreichern. Die Verbraucherzentrale NRW gibt Tipps, wie sich eine Belastung möglichst vermeiden lässt.

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„Bestimmte PFAS gelten als gesundheitsschädlich. Sie können zum Beispiel Leberschäden verursachen, das Immunsystem schwächen, das Hormonsystem stören und stehen im Verdacht, krebserregend zu sein“, erklärt Fabian Braukhoff, Umweltberater der Verbraucherzentrale NRW.

Vorsicht bei Antihaftbeschichtungen, Fleckschutz und Wasserabweisung
Da es für die meisten Alltagsprodukte keine Kennzeichnungspflicht für PFAS gibt, empfiehlt die Verbraucherzentrale, auf Werbeaussagen zu achten. Begriffe wie „wasserabweisend“, „schmutzabweisend“ oder „kratzfeste Antihaftbeschichtung“ können darauf hindeuten, dass PFAS verwendet wurden.

„Frei von“-Aussagen kritisch betrachten
Werbeaussagen wie „GenX-, PFOA- oder PFOS-frei“ schließen nur wenige von mehr als 10.000 PFAS-Verbindungen aus. Häufig werden stattdessen andere PFAS eingesetzt. Mehr Sicherheit bieten Hinweise wie „PFAS-frei“, „frei von PFC“ (Per- und Polyfluorcarbone) oder „fluorfrei“, da sie die gesamte Stoffgruppe umfassen.

Bei Kosmetik auf Inhaltsstoffe achten
Laut Verbraucherzentrale NRW werden PFAS in Kosmetik eher selten eingesetzt. Dennoch lohnt sich vor dem Kauf ein Blick auf die Inhaltsstoffe. Finden sich unter „Ingredients“ Begriffe wie PTFE oder längere Bezeichnungen mit der Endung „-fluoro-“, kann das ein Hinweis auf PFAS sein.

Textilien und Outdoorprodukte mit Siegeln bevorzugen
Bei Outdoorjacken, Rucksäcken oder anderen Textilien mit Nachhaltigkeitssiegeln wie Bluesign, OEKO-TEX® Standard 100 oder GOTS (Global Organic Textile Standard) können Verbraucher eher davon ausgehen, dass keine PFAS verwendet wurden. Viele Hersteller kennzeichnen PFAS-freie Produkte zudem auf ihren Websites.

Verbraucherzentrale setzt auf Nachfrage der Kunden
Nach Angaben der Verbraucherzentrale könnten Hersteller ihr Angebot anpassen, wenn ausreichend Nachfrage nach PFAS-freien Produkten besteht. Auch direkte Anfragen bei Unternehmen seien sinnvoll – selbst wenn die Antworten zunächst unbefriedigend ausfallen. Verbraucher setzten damit ein Zeichen für die Bedeutung PFAS-freier Produkte.