Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) schlägt Alarm: Die rund 80 Bäckereien im Märkischen Kreis mit etwa 1490 Beschäftigten verzeichnen nach Angaben der Gewerkschaft einen Rückgang der Kundschaft. „Schon in den ersten Wochen dieses Jahres sind in vielen Bäckereien weniger Brote und Brötchen über den Verkaufstresen gegangen“, sagt NGG-Geschäftsführerin Isabell Mura. Sie warnt vor einer „Kunden-Ebbe“.

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Konkurrenz durch Discounter

Als einen Grund sieht die NGG das veränderte Kaufverhalten. „Mit dem Run auf die Brotregale beim Discounter setzen die Menschen die Backtradition aufs Spiel“, so Mura. Es gehe nun darum, den „Trend zur Tradition des Bäckerhandwerks“ wieder zu stärken. Zugleich appelliert die Gewerkschaft an die Verbraucher: „Wer beim Bäcker um die Ecke kauft, kauft fair und lecker.“

Tarifabschluss bringt Lohnplus

Unterdessen profitieren die Beschäftigten im Bäckerhandwerk von einem neuen Tarifabschluss. Bäckergesellen und Fachverkäuferinnen erhalten seit April dieses Jahres 45 Cent mehr pro Stunde, was laut NGG rund 75 Euro monatlich ausmacht. Ungelernte Kräfte bekommen ein Plus von 25 Cent pro Stunde.

Zusätzlich ist eine steuerfreie Einmalzahlung vorgesehen: Vollzeitbeschäftigte erhalten für Februar und März insgesamt 100 Euro. Auswirkungen auf die Preise erwartet die NGG nicht. „Es gibt also keinen Grund, der Bäckerei den Rücken zu kehren“, betont Mura.

Faire Löhne sollen Branche stärken

Nach Angaben der Gewerkschaft liegt der Stundenlohn in tarifgebundenen Betrieben im Märkischen Kreis bei mindestens 14,10 Euro. Ein Bäckergeselle verdient demnach bis zu 16,39 Euro pro Stunde, Fachverkäuferinnen kommen nach der Ausbildung auf rund 15,32 Euro.

Die NGG sieht darin eine wichtige Grundlage, um Fachkräfte zu halten und neue Auszubildende zu gewinnen. „Immerhin geht es auch darum, die Beschäftigten im Bäckerhandwerk bei der Stange zu halten — und junge Menschen zu gewinnen“, sagt Mura.