Seit dem Ausbruch des schrecklichen Kriegs in der Ukraine vor fast genau einem Jahr haben viele weitere Menschen in Herscheid Zuflucht gefunden. „Wir müssen Verantwortung übernehmen und den Menschen helfen. Dabei hat eine angemessene Wohnunterbringung hohe Priorität“, erklärt Bürgermeister Uwe Schmalenbach die aktuelle Situation.
Im Regelfall stehen der Gemeinde für die Unterbringung von Geflüchteten und Obdachlosen drei größere Gemeinschaftsunterkünfte zur Verfügung. Im vergangenen Jahr konnten viele ukrainische Flüchtlinge auch privaten Wohnraum anmieten.
Provisorische Lösungen nicht ausreichend
Aufgrund der hohen Zuweisungszahlen musste die Gemeinde in den letzten Wochen aber bereits auf provisorische Lösungen, wie die ehemalige Grundschule, ausweichen. „Ein Wohnen, gerade mit Kindern, ist hier aber nicht möglich“, stellt die Gemeinde in einer Pressemitteilung fest.
Ziel sollte es sein, möglichst von Anfang an für die Geflüchteten mit einer Aufenthaltsperspektive Voraussetzungen für eine Integration in die Gesellschaft und eine eigenständige Lebensführung zu schaffen. Hierzu gehört eine eigene Wohnung als erster wichtiger Schritt neben der Aufnahme einer Arbeit. Eine Belegung von Turnhallen o. ä. sei daher aktuell keine Option. Das gelte selbstverständlich auch für Geflüchtete aus dem Kriegsgebiet in Syrien oder Afghanistan.
Wohncontainer in der Winzenbecke
„Wir müssen uns in Herscheid auf die Aufnahme weiterer Geflüchteter vorbereiten und Lösungen finden. Da die Schaffung von Privatsphäre gerade für die Kinder und kleine Wohneinheiten Priorität hat, werden wir in einem ersten Schritt die vorhandene Unterkunft in der Winzenbecke vorübergehend um einen Wohncontainer ergänzen. Wir schaffen hier 10 kleine Appartements für jeweils 2 bis 4 Personen“, erklärt Schmalenbach den Plan der Verwaltung.
Darüber hinaus ist die Gemeinde auf der Suche nach weiteren geeigneten dezentralen Unterbringungsmöglichkeiten für diese Menschen. Wer eine Wohnung zu vermieten hat und Geflüchtete unterstützen möchte, wird gebeten, Kontakt mit der Gemeinde aufzunehmen.
„Noch besser wäre aber, die Geflüchteten, die dauerhaft bei uns leben werden, bei der Anmietung einer eigenen Wohnung zu unterstützen. Daher sind wir auf der Suche nach Mietwohnungen, besonders benötigen wir große Wohnungen für Familien mit Kindern. Grundsätzlich ist auch der Erwerb von Wohnhäusern möglich, wenn entsprechende Unterbringungsmöglichkeiten gegeben sind“, erklärt der Bürgermeister.
Wer der Gemeinde Wohnungen oder Grundstücke zur Verfügung stellen möchte, kann für ein Beratungsgespräch Kontakt mit der Fachdienstleiterin des Sozialamtes, Meryem Yilmaz, aufnehmen unter Tel. 02357/909325 oder E-Mail an [email protected].









