Beim Geschichts- und Heimatverein (GHV) Lüdenscheid endet eine Ära. Rudolf Sparing wird in diesem Jahr zum letzten Mal Exkursionen anbieten. Seine zwei Abschiedstouren wird er zusammen mit Gästen bei Fahrten durch das Ruhrtal mit der Dampflok-Eisenbahn unternehmen.
„Es geht mir nicht mehr so leicht von der Hand“, räumte der beliebte Reiseleiter bei der Jahreshauptversammlung des GHV am 2. Juni ein. GHV-Vorsitzende Dr. Arnhild Scholten dankte dem Mann, der „für uns Geschichte und Kultur zusammengebracht hat“. In den vergangenen Jahren hatte Rudolf Sparing zwölf Ausflüge, darunter auch mehrtägige Fahrten, vorbereitet und begleitet. Dafür dankte ihm die Vorsitzende. Die Mitglieder spendeten kräftigen Applaus.
Vorläufig wird Vorstandsmitglied Wolfgang Krappe die Arbeit von Rudolf Sparing übernehmen. Er hat für das kommende Jahr bereits eine Tagesfahrt nach Utrecht ausgearbeitet. So kann der GHV seine Tradition der Exkursionen fortsetzen.
In ihrem Rückblick auf das abgelaufene Vereinsjahr listete Dr. Arnhild Scholten zahlreiche Aktivitäten auf, darunter die Ausrichtung des Tags des offenen Denkmals in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule (VHS), die Rundfahrten rings um Lüdenscheid oder die Vorträge bei der Nacht der Kultur.
Beitrag zur Nacht der Kultur
Auch in diesem Jahr wird sich der GHV wieder an der Nacht der Kultur beteiligen. Für den 10. Oktober sind drei Kurzvorträge in der Stadtbücherei geplant. Ursula Delhounge wird über die Kunst des Sammelns berichten. Dr. Dietmar Simon liefert einen Rückblick auf die Lüdenscheider Musikszene. Dazu kommt voraussichtlich ein Film von Karsten Binczyk. Darin geht es um den Bergbau im Sauerland.
Erinnerung an die Vertreibung jüdischer Lüdenscheider
Ein besonderer Schwerpunkt in diesem Jahr soll die Erinnerung an die Vertreibung jüdischer Mitbürger aus Lüdenscheid während der Naziherrschaft sein. Am 7. Juli erhält der GHV Besuch von Angehörigen von Fred Behrend aus den USA. Fred Behrend entkam mit seiner Familie dem Zugriff der Nazis durch Flucht in die Vereinigten Staaten. Behrend wird in diesem Jahr 100 Jahre alt. Seine Angehörigen werden am 7. Juli von Bürgermeister Sebastian Wagemeyer empfangen. Zusammen mit Mitgliedern des GHV werden sie das Gebäude ihres ehemaligen Geschäftshauses an der Wilhelmstraße, den jüdischen Friedhof, die Gedenktafel an der Stadtbücherei und weitere Orte besuchen.
Führung durch die Museums-Baustelle
Dr. Arnhild Scholten zeigte sich zudem erfreut über die Aktivitäten, die ein Förderverein rund um den Bremicker Hammer ausgelöst hat. „Wir hoffen, dass die Freiwilligeninitiative weiter so aktiv bleibt und dass uns dieses einmalige Denkmal der Eisenverarbeitung erhalten bleibt“, sagte die Vorsitzende.
Nach der Entlastung des Kassierers Markus Hacke und des gesamten Vorstands nutzten die Mitglieder ein Angebot von Museumsleiter Dr. Eckhard Trox. Er zeigte zusammen mit Dennis Grinat (wissenschaftlicher Mitarbeiter des Museums) und Kai Fischer (Zentrale Gebäudewirtschaft) die Baustelle, in der künftig die neue Dauerausstellung „Innovatia“ zu sehen sein wird. Interessant dabei: In allen Räumen wird es keine Schalter mehr geben. „Alle Geräte wie Beleuchtung, Heizung, Jalousien, Sicherheitssysteme, Klima- und Lüftungsanlagen werden über ein gemeinsames Netzwerk automatisch gesteuert“, erklärte Kai Fischer. So wird das Museum zum Smart Home für „Innovatia“.








