Die Haushaltslage ist angespannt, die Volmegemeinde muss sparen. Angesetzt werden soll der Rotstift nun bei dem geplanten Umbau des Schalksmühler Kunst- und Kulturorts 8Giebel und dem Entwicklungskonzept Löher Berg.
"Wir wollen weiterhin investieren, aber mit Augenmaß", betont Bürgermeister Christian Breddermann auf Nachfrage von LokalDirekt. Mit Blick, nicht nur auf die angespannte Haushaltslage hält er diesen Schritt jedoch für "verantwortungsvoll". Auch die steigende Kreisumlage und Folgekosten des Projektes, etwa durch Baukosten- und Zinssteigerungen, spielen mit in diese Erwägungen.
Rat und Verwaltung beschäftigen sich aktuell erneut mit der Frage, in welchem Umfang das Projekt künftig umgesetzt werden kann. Auslöser für die Neubewertung sind die Belastung durch die deutlich gestiegene Kreisumlage und insgesamt sinkende finanzielle Spielräume.
Vor diesem Hintergrund hat die Verwaltung vier verschiedene Varianten erarbeitet, die sich deutlich in Umfang, Kosten und Förderfähigkeit unterscheiden. Den Möglichkeiten wird jeweils eine Langzeitbetrachtung über 50 Jahre zugrunde gelegt. Diese werden in der Vorlage wie folgt erklärt:
Umsetzung wie geplant
Die erste Variante sieht vor, das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept ISEK und den Umbau der 8Giebel wie beschlossen umzusetzen. Dazu gehören neben dem weiteren Ausbau des "dritten Ortes" auch zahlreiche Begleitmaßnahmen, etwa im Bereich Mobilität, Freiraumgestaltung und Infrastruktur.
Diese Lösung hätte den Vorteil, dass die bereits zugesagten Fördermittel gesichert wären und das Gesamtprojekt wie vorgesehen realisiert werden könnte. Gleichzeitig wäre sie jedoch auch die teuerste für die Gemeinde. Zu Buche schlagen würden sie mit Kosten in Höhe von insgesamt 13,09 Millionen Euro, trotz einer Förderung in Höhe von 50 Prozent.
Großprojekt ohne Musikschule
Eine zweite von der Verwaltung entworfene Möglichkeit sieht ebenfalls eine umfassende Umsetzung des ISEK vor - jedoch mit Einschränkungen. So würde unter anderem auf die Integration der Räume für die Musikschule Volmetal verzichtet, eingespart werden könnten auf diese Weise insgesamt 2,2 Millionen Euro.
Grundsätzlich, so heißt es in der Vorlage, würde die Musikschule zwar fachlich zum 8Giebel passen, eine Integration derselben sei aber nicht zwingend notwendig.
Die Fördermöglichkeit würde bei dieser Variante weiterhin gegeben sein, die Investitionssumme für die Gemeinde würden sich in dem Fall auf insgesamt 10,26 Millionen Euro belaufen.
Deutlich abgespeckte Lösung
Als zentrale Alternative gilt laut Breddermann eine deutlich reduzierte Umsetzung. In dieser Version würde sich die Gemeinde im Wesentlichen auf eine kleinere bauliche Weiterentwicklung des 8Giebel konzentrieren. Diese wäre mit einer Neuplanung des Projekts verbunden.
Bei dieser Lösung wären die Planungskosten weiterhin zu zahlen, hinzu kämen noch die Kosten für die neue Planung, Abschreibung, Bauunterhaltung und Finanzierung.
Die Investitionssumme für die Gemeinde würden bei dieser Variante deutlich niedriger ausfallen und sich nur noch auf einen Betrag in Höhe von ungefähr 6,46 Millionen Euro belaufen - also knapp die Hälfte der bislang veranschlagten Kosten.
Die Förderungswürdigkeit wäre bei dieser Variante jedoch laut Einschätzung der Bezirksregierung, mit der die Verwaltung die Angelegenheit bereits beraten hat, fraglich. Hierbei könnte ausschlaggebend sein, ob weitere, kleinere Maßnahmen des Städtebaukonzepts umgesetzt werden.
Vollständiger Projektstopp
Die vierte Möglichkeit sieht einen vollständigen Projektstopp vor. In diesem Fall würden weder der Umbau des 8Giebel noch das städtebauliche Entwicklungskonzept umgesetzt.
Diese Variante hätte einen Entfall sämtlicher Fördergelder zur Folge.
Verwaltung spricht sich für die dritte Variante aus
Wenn es nach den Wünschen der Verwaltung geht, soll der dritte Vorschlag umgesetzt werden - also ein reduzierter Umbau, ohne Abriss und Neubau des Pfarrhauses. Begleitende Maßnahmen des städtebaulichen Entwicklungskonzepts sollen bei dieser Version nur umgesetzt werden, wenn eine eventuelle Fördermöglichkeit davon abhängt.
"Wir stehen nach wie vor hinter dem Projekt"
"Die Rahmenbedingungen haben sich geändert, eine Neuplanung würde eine erhebliche Entlastung für die kommenden Haushalte bedeuten", erklärt Bürgermeister Christian Breddermann. Im ersten Schritt jedoch ginge es nun darum "alle an einen Tisch zu kriegen und das Projekt gemeinsam zu überdenken." Und noch eine Sache ist dem Bürgermeister wichtig: "Wir stehen nach wie vor hinter dem Projekt."
Erstmals beraten werden soll die Vorlage am Montag, 13. April, im Ausschuss für Kultur und Sport, die endgültige Entscheidung obliegt dem Gemeinderat am Montag, 18. Mai.











