Die Gemeinde Herscheid trauert um ihren früheren Bürgermeister Lothar Schütz. Er verstarb am Samstag, 9. Mai, im Alter von 75 Jahren. Mit ihm verliert die Kommune eine prägende Persönlichkeit, die über Jahrzehnte hinweg Verwaltung und Gemeindeleben maßgeblich mitgestaltete.

Vom Auszubildenden zum Verwaltungschef

Lothar Schütz begann seine Laufbahn bereits früh im Rathaus. Am 1. April 1965 trat er im Alter von 14 Jahren seine Ausbildung in der Gemeindeverwaltung an. In den folgenden 44 Jahren entwickelte er sich vom Auszubildenden zum Verwaltungschef. Über 33 Jahre hinweg übernahm er leitende Funktionen und prägte zahlreiche Bereiche der Verwaltung: Zunächst leitete er das Ordnungs- und Sozialamt, später verantwortete er als Kämmerer Finanzen, zentrale Verwaltung und Personal. Im Jahr 2004 wählten ihn die Bürgerinnen und Bürger zum hauptamtlichen Bürgermeister. Dieses Amt führte er bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2009.

Engagement für die Gemeindeentwicklung

Während seiner Amtszeit stellte Schütz wichtige Weichen für die Entwicklung Herscheids. Er begleitete die Ausweisung neuer Wohnbaugebiete, trieb den Erwerb und die Einrichtung des Spiekers als Heimathaus voran und stieß zahlreiche Projekte zur Weiterentwicklung der Gemeinde an. Auch in Krisensituationen zeigte er Führungsstärke, etwa bei den Folgen des Orkans Kyrill sowie beim Hochwasser 2008 im Ortsteil Hüinghausen.

„Mit Lothar Schütz verliert Herscheid eine Persönlichkeit, die die Entwicklung unserer Gemeinde über Jahrzehnte hinweg entscheidend geprägt hat“, heißt es im Nachruf der Gemeindeverwaltung. Entscheidungen habe er stets mit Blick auf das Wohl der Bürgerinnen und Bürger sowie die Zukunft der Gemeinde getroffen.

Geschätzter Fachmann und verlässlicher Wegbegleiter

In einer Ratssitzung am Montag, 11. Mai, erinnerte Bürgermeister Uwe Schmalenbach an seinen Vorgänger: „Wer mit Lothar Schütz zusammenarbeitete, begegnete einem Verwaltungsfachmann mit hoher Kompetenz, einem Menschen klarer Grundsätze und einem Bürgermeister, der stets das Wohl der Gemeinde in den Mittelpunkt seines Handelns stellte. Er war geprägt von Disziplin und Genauigkeit, zugleich aber auch von großer Kollegialität.“

Viele Weggefährten hätten seine Verlässlichkeit und Geradlinigkeit geschätzt. „Sein Handeln leitete nie persönliche Selbstdarstellung, sondern der ehrliche Wunsch, seiner Heimatgemeinde zu dienen“, betont die Gemeindeverwaltung.

Verbundenheit zur Heimat

Auch außerhalb des Rathauses zeigte sich Schütz eng mit Herscheid verbunden. Als naturverbundener Mensch hielt er seine Eindrücke und Erinnerungen später in dem Buch „Auf vertrauten Pfaden“ fest.

Die Gemeinde Herscheid spricht in ihrem Nachruf der Familie und den Angehörigen ihr „tief empfundenes Mitgefühl“ aus und erklärt: „Sein Wirken und seine Verbundenheit mit Herscheid werden uns in dankbarer Erinnerung bleiben.“