Treffpunkt ist vor dem Haus „Am Ramsberg 2“ direkt neben der Gaststätte „Kölner Eck“. Von hier geht es zunächst zum jüdischen Friedhof und dann weiter zum ehemaligen Standort des städtischen Krankenhauses an der Philippstraße. Daran anschließend führt der Rundgang zum alten Direktionsgebäude der Firma Busch-Jäger Elektro an der Gartenstraße, um dann am ehemaligen Amt des NSDAP-Kreisleiters am Rosengarten zu enden.
„Dieser Weg soll informieren über die Aussetzung der Menschenrechte und die Vernichtung zahlloser Leben in der NS-Diktatur“, heißt es in der Einladung der Ge-Denk-Zellen Lüdenscheid. Es sollen Schicksale jüdischer Mitbürger vorgestellt werden, um der 50 Holocaust-Opfer aus Lüdenscheid zu gedenken.
Anschließend wird über die mörderische Politik informiert, die sich zu dieser Zeit hinter dem Begriff der „Volksgesundheit“ versteckte, nämlich hunderte Zwangssterilisationen von Lüdenscheidern sowie die Zwangsabtreibungen, die an schwangeren Zwangsarbeiterinnen durchgeführt wurden. „Danach geht der Weg zu einer der großen Firmen in unserer Region, die viele hundert Zwangsarbeiter angestellt hatten. Die Arbeiter aus Osteuropa erhielten in den meisten Firmen viel zu wenig zu essen, sodass mehr als 180 von ihnen in den Fabriken Lüdenscheids (Amt und Stadt) ums Leben kamen“, erklären die Organisatoren.
Enden soll der Rundgang am Rosengarten, wo über die dort ansässige große Behörde des Kreisleiters der NSDAP mit ihren vielen Fachabteilungen berichtet wird. Nur rund neun Jahre nach ihrer Gründung verwirklichte die NSDAP in Lüdenscheid ihre von Hass, Hetze und Gewalt geprägte völkische Rassenideologie.
Die Informationen, die auf diesem Rundgang vermittelt werden, beruhen zu einem großen Teil auf den Angaben von Willi Zucke, der in der Weimarer Republik, in der NS-Zeit und auch danach Magistratsrat in Lüdenscheid war. Nach seinen Angaben kamen rund 4.000 Menschen in und aus Lüdenscheid in der Zeit des NS-Diktatur ums Leben.
Dies waren circa 2.900 Lüdenscheider Soldaten, mehr als 500 Häftlinge im Arbeitserziehungslager Hunswinkel (meistens sogenannte „Ostarbeiter“), etwa 180 Zwangsarbeiter in Fabriken, rund 100 zivile Kriegsopfer, 60 Euthanasieopfer, 50 Holocaustopfer, 10 kommunistische Opfer sowie eine unbekannte Zahl Opfer der Wehrmachtsjustiz (mindestens fünf) und 234 sowjetische Kriegsgefangene im Lazarett Baukloh.









