Ein überdimensional großer Teller sorgte am Donnerstagmorgen, 17. September, auf dem Sternplatz in Lüdenscheid für Aufsehen. Darauf lag ein Mann, der „Menschenfleisch" imitieren sollte. Die Tierschutzorganisation PETA wollte mit der Aktion auf Tierleid aufmerksam machen, gegen die Fleischindustrie demonstrieren und für eine vegane Ernährung werben.

PETA kämpft gegen Speziesismus

„Tiere sind keine Lebensmittel. Tiere sind Lebewesen, die Schmerz und Angst ebenso intensiv empfinden", appelliert Kathleen Cox, Mitarbeiterin im Aktionsteam. Das Motto der Tierschutzorganisation: Tiere seien nicht dazu da, an ihnen zu experimentieren, sie zu essen, sie anzuziehen, sie zu unserer Unterhaltung zu halten oder sie in irgendeiner anderen Form auszubeuten.

Eine Frau mit PETA-Kappe und blauer Jacke hält ein Megafon und ein Smartphone vor Steinstufen.
Kathleen Cox, Mitarbeiterin des Aktionsteams, klärte auf dem Sternplatz über Tierleid und die Fleischproduktion auf.
Foto: Jung

PETA setzt sich dabei gegen Speziesismus ein – eine Form der Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch werde dabei gegenüber anderen Spezies als überlegen angesehen. Mit Aktionen wie der in Lüdenscheid möchte die Organisation auf die Ausbeutung von Tieren aufmerksam machen und für eine vegane Lebensweise werben. Insgesamt ist das Aktionsteam in dieser Woche an acht Orten in Deutschland unterwegs.

Positive Reaktionen auf „Menschenfleisch"-Aktion

Cox zeigte sich insbesondere von den Reaktionen in Lüdenscheid erfreut. „In Lüdenscheid gab es bislang die positivsten Resonanzen", sagt sie im Gespräch mit LokalDirekt. Sie berichtet von Passanten, die freundlich lachen, einen Daumen nach oben zeigen oder an den Stand kommen, um Flyer mitzunehmen. Dort bot die Organisation außerdem ein kostenloses 30-Tage-Programm für eine vegane Ernährung an.

Persönlich habe die Aktionistin mit deutlich mehr Gegenwind gerechnet. Doch abgesehen von einigen schiefen Blicken und dem Gelächter einzelner Passanten sei die Resonanz durchweg positiv gewesen.

Eine Person in einem beigefarbenen, rot gefleckten Body liegt auf einem Banner mit dem Schriftzug „VEGANSTART.DE“ neben gelben Brettern auf dem Boden.
Mit einer auffälligen Aktion machte die Tierschutzorganisation PETA am Donnerstag in der Lüdenscheider Innenstadt auf das Leid von Tieren in der Ernährungsindustrie aufmerksam.
Foto: Jung

„Selbst wenn du nur wenige Leute erreichst, hat es sich schon gelohnt"

Oliver Hülle, ein Passant in der Lüdenscheider Innenstadt, findet das Anliegen der Aktion berechtigt. Er merkt jedoch an, dass es an einem normalen Wochentag schwierig sein könne, in einer „Kleinstadt" genügend Aufmerksamkeit zu bekommen. Einen Markttag hält er deshalb für geeigneter – dann wäre die Aktion näher an den Menschen und auch an der Fleischindustrie.

Auch das günstige Fleisch in Discountern und die industrielle Massenproduktion sieht er kritisch. „Was ist ein Tier noch wert? Im Supermarkt kriegst du ein ganzes Huhn für drei Euro. Das repräsentiert doch nicht den Wert eines Lebewesens."

Ob die Aktion letztendlich viel bewirken könne, wisse der Lüdenscheider nicht. Für ihn steht jedoch fest: „Selbst wenn du nur wenige Leute erreichst, ist es doch gut. Dann hat es sich schon gelohnt."

Mehr Informationen über die Tierschutzorganisation PETA gibt's hier.