„Bei rund 800 Lkw mehr, die laut aktueller Verkehrszählung pro Tag durch Kierspe rollen, könnte der zulässige Höchstwert für Feinstaub überschritten sein“, vermutete FWG-Ratsmitglied Peter Christian Schröder gegenüber LokalDirekt. Die Hoffnung: Eine Messstation für Feinstaub könne auch die Forderung nach einem Lkw-Durchfahrtsverbot unterstützen.
Nicht nur Lkws seien in Kierspe zu zählen, sondern der Feinstaub auch zu sehen – so habe es Lea Volkmann gegenüber den Freien Wählern berichtet. Sie müsse aufgrund der Belastung täglich die Fenster ihrer Tierheilkundepraxis putzen, seitdem der Verkehr vor ihren Fenstern aufgrund der A45-Sperrung zugenommen habe. Peter Christian Schröder habe sich ein Bild vor Ort gemacht.

Nun verweist Schröder mit seiner Fraktion auf das EU-Recht auf saubere Luft. „Frische Luft sollte kein Luxus sein, sie sollte als grundlegendes Menschenrecht betrachtet werden“, zitiert die FWG den EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevicius von Oktober 2022 in Brüssel in ihrer Mitteilung.
Antrag beim LANUV
Schröder habe sich mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) in Verbindung gesetzt. Hier sei ihm geraten worden, die Stadt Kierspe solle einen Antrag bei der Bezirksregierung Arnsberg stellen, um in die Messnetzplanung des LANUV für Luftqualität aufgenommen zu werden. Im Herbst würden die Vorbereitungen für die nächsten Messstationen vorgenommen. „Gute Voraussetzungen dafür hätten wir in Kierspe, denn eine Verkehrszählung ist gerade aktuell gemacht worden und eine geschlossene Randbebauung ist im Messbereich Kierspe-Dorf und untere Kölner Straße vorhanden“, so Schröder.
Schröder habe Bürgermeister Olaf Stelse informiert, der zugesagt habe, die Angelegenheit zu prüfen. „Besonderen Wert dabei legen wir auf die Dringlichkeit der Messung, denn schon seit fast zwei Jahren ist die Lage mehr als Ernst“, betonte Schröder.
Feinstaubmessung: Anderer Hebel gegen Lkw-Verkehr
Sollte die Feinstaubbelastung in Kierspe zu hoch sein, könne die Stadt einen Aktionsplan gegen Feinstaub einklagen, der ein Durchfahrtsverbot für Kierspe beinhalten könnte. „Das wäre ein anderer Hebel gegen den Lkw-Verkehr – unabhängig von der Verkehrsdichte“, betonte Schröder.
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