Schmetterlinge brauchen keine Brücken. Mühelos flattern die bunten, zarten Wesen wohin sie möchten. Doch die Falter im Gartencenter Kremer haben es noch etwas einfacher. Sie schlüpfen direkt vor Ort. Gebürtige Lüdenscheider sozusagen.

Und obwohl Papa Papillon – auch bekannt als Marc le Roche – aus der Schweizer Hauptstadt Bern anreiste, brauchte er für seine Fracht keine Genehmigung. Die zarten, zwei Gramm leichten Puppen fuhren im Auto mit.
Beim Pressetermin am Freitag, 16. Juni, machte Europas einziger professioneller Schmetterlingszüchter gemeinsam mit dem Kremer-Team Werbung für die neue Attraktion des Gartencenters: das 15 Quadratmeter große Schmetterlingshaus.
Hier werden nun jede Woche zahlreiche Schmetterlinge schlüpfen. Vom Ei, zur Raupe, zur Puppe, zum Schmetterling. Immer wieder neue Arten in allen erdenklichen Farben und Größen. Ein kleines Naturschauspiel.
Die Falter erwachen unter optimalen Bedingungen zum Leben. Es ist warm und eine Auswahl an Pflanzen, die sie schätzen, steht bereit. In der Realität, so Marc le Roche, haben es die heimischen Artgenossen längst nicht so einfach. Nicht mehr. Denn vielleicht fänden sie hier und dort mal einen Gemüsegarten – aber wo käme der nächste?
Fotogalerie:













Der Nektar allein, den Schmetterlinge mithilfe ihres Rüssels naschen, reicht nicht. Sie brauchen Futterpflanzen. Möhren oder Fenchel zum Beispiel. Was die Falter lieben, ist in den heimischen Gärten zur Rarität geworden.
Und genau dafür möchte Geschäftsführer Alexander Kremer sensibilisieren. Für naturnahe Gärten, die Insekten, Bienen und Schmetterlingen als Zuhause und Nahrungsquelle dienen. Jeder kann auf dem Balkon oder im Garten einen Beitrag leisten.
Das Rezept für die private Schmetterlingsschau ist also eigentlich ganz simpel:
Ein mehrjähriger Gewürzfenchel, gepflanzt an einem sonnigen Standort, genügt schon. Wenn er im Juli blüht, verteilt der Wind den Blütenstaub. Die heimischen Schwalbenschwanz-Weibchen erkennen diesen Duft Kilometerweit, fliegen der Quelle entgegen und legen dann ihre Eier auf die Pflanze. Schon bald gibt es kleine gefräßige Räupchen, die sich mehrmals häuten und verpuppen. Wann sie schlüpfen hängt vom Wetter und der Temperatur ab – und ist somit eine Überraschung. (Quelle: Die Naturtalente)

Bunte Botschafter für mehr Schmetterlinge rund um Lüdenscheid
Marc le Roche betont, dass die zum Teil exotischen Falter – weltweit gibt’s 3200 Arten – aus tropischen Gefilden keineswegs aus der Natur entnommen werden.
Sie sind gezüchtet und „haben keine Ahnung, wo Lüdenscheid liegt.“ Die bunten Botschafter werden im Lüdenscheider Gartencenter während ihres sechs bis 14-tägigen Lebens sicher einigen Naturliebhabern begegnen. Und vielleicht inspirieren sie die Besucher, etwas dafür zu tun, dass ihre heimischen Kollegen wieder mehr Nahrung finden.
Eröffnung am 18. Juni mit Sommerfest, Schmetterlingshaus und Naturrallye
Am Sonntag, 18. Juni, wird das Schmetterlingshaus offiziell im Rahmen des Sommerfests eröffnet. Das Kremer-Team verspricht von 11 bis 16 Uhr ein buntes Programm: Neben Kinderschminken, einer Street-Art-Aktion mit dem Künstler Sami Gebremariam gibt’s auch eine Naturrallye für Kinder – und alle die daran Spaß haben. Diese soll auch während der Sommerferien erhalten bleiben.









