Nicht immer geht es bei Einsätzen der Feuerwehr nur um Sachschäden. Manchmal geht es auch um Leben und Tod, grausame Erlebnisse, die selbst hartgesottenen Einsatzkräften nahe gehen.
Um den Umgang und die Verarbeitung solcher Momente geht es im neuen Konzept „Psychosoziale Unterstützung von Einsatzkräften“, das die Feuerwehr Halver am Samstag, 21.Februar, im Rahmen eines Pressetermins im Gerätehaus Stadtmitte an der Thomasstraße in Halver öffentlich vorstellte.
Mit der Umsetzung ihres Konzeptes steht die Feuerwehr Halver nicht alleine da. Im Rahmen der psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) werden Einsatzkräften in ganz Nordrhein-Westfalen Hilfen zur Verarbeitung psychischer Belastungen gegeben, um Folgeschäden für die Gesundheit zu verhindern. Landesweit und auch auf kommunaler Ebene im Märkischen Kreis hat man sich dazu vernetzt. Einige Städte, beispielsweise Lüdenscheid, Werdohl und Kierspe, verfügen bereits über entsprechend ausgebildete PSNV-E-Teams, erklärte Halvers Wehrleiter Holger Kutzehr.
In Halver ist man jetzt auch so weit. Kutzehr ist kommissarischer Leiter des zunächst dreiköpfigen Teams, das aber schon bald größer werden soll. Bereits im vergangenen Jahr hatten sich Unterbrandmeisterin Isabelle Kastner und Unterbrandmeister Tobias Lorke zu PSNV-E-Helfern ausbilden lassen (wobei das E für Einsatzkräfte steht). Einsatzbereit ist das Team seit zwei Wochen. Hauptfeuerwehrmann Christian Schmalenbach, Unterbrandmeister Christoph Grimm und Hauptfeuerwehrmann Sebastian Jhuj werden im kommenden November im Brandschutz- und Rettungsdienstzentrum in Altena-Rosmart an einer Helfer-Schulung teilnehmen, um dann das Halveraner Team zu verstärken. 50 Stunden dauert die Ausbildung, in der die Teilnehmer Grundlagen der psychosozialen Notfallversorgung, Krisenintervention und Einsatznachsorge lernen.
Übereinstimmend betonten Isabelle Kastner und Tobias Lorke wie wichtig eine psychosoziale Hilfeleistung sei und zeigten sich überzeugt, dass mit dem Angebot vielen Kameradinnen und Kameraden bei der Verarbeitung ihrer oft belastenden Einsätze geholfen werden könne. Vertrauen spiele dabei eine große Rolle, meinte Tobias Lorke, der Vertrauensmann im Löschzug Oberbrügge-Ehringhausen ist.
Ausgestattet sind die PSNV-E-Helfer mit violetten Warnwesten und einem Rucksack mit allerlei Dingen, die Einsatzkräften in einer belastenden Situation helfen können. Im Rucksack ist „alles was gut tut“, fasste es Isabelle Kastner zusammen. Angefordert werden die PSNV-E-Helfer bei Bedarf von der Einsatzleitung. Dabei ist die Hilfe nicht nur vor Ort erwünscht, sondern kann auch im Nachgang notwendig sein. Manchmal zeige sich erst Tage später, das die Einsatzkraft eben doch nicht so hartgesotten sei wie angenommen, sondern unter dem zuvor Erlebten leide, räumte Wehrleiter Holger Kutzehr ein.












