Die Stadt Halver plant für 2026 eine umfassende Erneuerung der Straße „Im Sumpf“ im Ortsteil Anschlag. Die Maßnahme, die unmittelbar an die laufende Sanierung eines städtischen Durchlasses anschließt, gehört zu den priorisierten Infrastrukturprojekten des Jahres.

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Betroffen ist ein rund 200 Meter langer Abschnitt zwischen den Hausnummern 2 und 7. Nach Angaben der Verwaltung weist die Fahrbahn erhebliche Mängel auf: Risse im Asphalt, eine unzureichende Wasserführung sowie uneinheitliche Randbereiche machen eine grundlegende Sanierung erforderlich.

Geplant ist eine vollständige Erneuerung von Deck- und Tragschicht. Zudem soll entlang der Westseite ein durchgehender Gehweg entstehen. Die Bushaltestelle wird beidseitig neu angelegt; auf der Ostseite ist erstmals ein Buskap auf öffentlicher Fläche vorgesehen. Eine durchgängige Bordanlage soll künftig eine verlässliche Entwässerung gewährleisten. Ergänzt werden die Arbeiten durch eine neue Straßenbeleuchtung.

Während der Bauzeit ist eine Vollsperrung vorgesehen. Für Anwohner sollen Ersatz- und Ausweichflächen bereitgestellt werden. Die Kosten werden derzeit auf rund 600.000 Euro für die Straßensanierung sowie weitere 300.000 Euro für Nebenanlagen geschätzt.

Kritik aus dem Ausschuss für Bauen, Umwelt und Klimaschutz

Im zuständigen Ausschuss stieß das Vorhaben jedoch auf deutliche Vorbehalte. CDU-Mitglied Andreas Hesse äußerte angesichts der angespannten Haushaltslage Kritik an der geplanten Investition: „Wir geben viel Geld für viele Meter Straße aus, das wir nicht haben.“ Er plädierte dafür, lediglich das „Nötigste“ umzusetzen, um die Befahrbarkeit sicherzustellen und verbleibende Mittel anderweitig einzusetzen. „Wir sind doch in einer Situation, wo uns der Kittel brennt“, so Hesse. Ein reduziertes Vorgehen wäre aus seiner Sicht zudem „ein Zeichen in Richtung Sparsamkeit“.

Verwaltung verteidigt Priorisierung

Bauamtsleiter Michael Schmidt verteidigte die Einordnung des Projekts als vorrangig. Auch im Außenbereich müsse die Stadt handlungsfähig bleiben: „Dort leben Kinder, dort gibt es Schwerlastverkehr, dort gibt es einen Spielplatz.“ Bürgermeister Armin Kibbert ergänzte, dass der Ortsteil Anschlag durchaus verkehrliche Bedeutung besitze – unter anderem durch Mehrfamilienhäuser im Umfeld. Zugleich verwies er auf ein neues Sytem zur Priorisierung künftiger Straßensanierungen. Dieses solle eine zweijährige Prioritätenliste ermöglichen. Eine Abstimmung über die Sanierung fand nicht statt – der Ausschuss schob die Entscheidung in den Hauptausschuss.