Laut Polizeimeldung besteht ihre Betrugsmasche darin, sich am Telefon als Polizeibeamte auszugeben und anschließend eine abstruse Geschichte von einer angeblichen Festnahme einer „rumänischen Bande“ zu berichten, die die angerufene Person als mögliches Diebstahl-Opfer im Visier hatte. Sicherheitshalber solle den Beamten Wertsachen und Bargeld zur Verwahrung übergeben werden.
Auf dieses Lügenkonstrukt fiel eine 83-jährige Dame aus Lüdenscheid herein. Es begann am Donnerstag, 11. August, mit der altbekannten Lügengeschichte. Eine falsche Polizeibeamtin erzählt weiterhin, dass die „rumänische Bande“ eine Liste mitgeführt habe, auf der auch der Name der 83-Jährigen stünde. Eine andere Frau, die ebenfalls auf dieser Liste stehen würde, sei bereits überfallen worden. Dann behauptete die falsche Beamtin, dass die Täter mit Bankmitarbeitern zusammenarbeiten würden und dass sie deshalb keinem Bankangestellten trauen dürfe. Um diese korrupten Banker zu überführen, benötige man Geldscheine der Seniorin. Sollten die Banker Verdacht schöpfen, sollte sie erzählen, dass sie Geld für eine größere Anschaffung benötige.
Während des Gespräches verband die Betrügerin die Seniorin auch mit ihrem angeblichen Chef, der von den angeblichen Ermittlungen erzählte. Zum Ende des Gespräches teilte man ihr mit, dass man sich nochmal bei ihr melde und dann die genaue Vorgehensweise, wie sie das Geld der Polizei übergeben solle, absprechen würde. Am Freitagvormittag, 12. August, meldete sich die falsche Polizistin erneut und forderte die Seniorin auf, das Geld von ihrer Bank zu holen. Die Seniorin sollte den Hörer neben dem Telefon liegen lassen. So könne man hören, wenn jemand Fremdes in ihre Wohnung eindringen würde. Kurz nach der Rückkehr von der Bank stand ein Bote an der Wohnungstür und nahm das Geld in Empfang.
Der Bote wird wie folgt beschrieben: et 20 bis 25 Jahre alt, deutscher Phänotyp, „sympathische, aufgeschlossene Art“, gepflegtes Erscheinungsbild, kurze, dunkle Haare, langärmliges dunkles Shirt, dunkle Hose, Mund-Nasen-Schutz, leise Aussprache, sprach Hochdeutsch.
Über das Wochenende meldete sich die Betrügerin immer mal wieder, um sich nach der Seniorin zu erkundigen. Am Montag und Dienstag (15. und 16. August) meldete sie sich erneut und forderte ihr Opfer auf, weiteres Geld zur Überprüfung zu holen. Das tat die Frau. Beide Male kam wieder der Bote vorbei und holte es an der Wohnungstür ab.
Während des Gespräches am Dienstag teilte die falsche Polizeibeamtin mit, dass sie jetzt kein Geld mehr von der Betroffenen bräuchten. Sie hätten dank der Hilfe der Frau die Täter festnehmen könne. Ihr Geld bekomme sie in den nächsten Tagen wieder.
Als die Seniorin darauf am Dienstag mit ihrem Sohn telefonierte und von ihrer Mithilfe bei den Ermittlungen der Polizei erzählte, schaltete der Sohn die echte Polizei ein.
Diese rät dringend davon ab, sich überhaupt auf solche Anrufe einzulassen. Keinesfalls sollte Auskunft gegeben werden über vorhandenes Vermögen, Bankverbindungen oder Familienverhältnisse. Die Polizei nimmt kein Geld in „Verwahrung“ und prüft auch keine Geldscheine.









