Gerötete Flecken, entzündliche Schuppungen und kahle Stellen auf dem Kopf, im Nacken oder im Bart können Hinweise auf eine Fadenpilzerkrankung (Trichophyton tonsurans) sein. Laut AOK häufen sich zuletzt entsprechende Fälle in den Arztpraxen.

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Vielfältige Übertragungswege möglich

Die Ursachen einer Infektion sind unterschiedlich. Bekannt waren Fadenpilzinfektionen ursprünglich vor allem aus dem Ringersport, wo es durch intensiven Hautkontakt auf der Matte zur Ansteckung kommen kann. Doch auch im Alltag sind Übertragungen möglich – etwa beim engen Körperkontakt wie Kuscheln oder beim Spielen von Kindern, wenn Köpfe zusammenkommen.

Ebenso können gemeinsam genutzte Gegenstände wie Kopfkissen, Handtücher oder Kleidung eine Rolle spielen. Als mögliche zusätzliche Infektionsquelle gelten außerdem kontaminierte Haar- oder Barthaarschneideutensilien.

Haarschneideutensilien müssen regelmäßig desinfiziert werden. Das beugt auch einer Fadenpilz-Verbreitung vor.
Foto: AOK/colourbox/hfr.

Symptome treten oft verzögert auf

Zwischen Ansteckung und ersten sichtbaren Hautveränderungen vergehen häufig ein bis vier Wochen. „Wer auffällige Hautstellen am Kopf bemerkt, kann zunächst eine hausärztliche Praxis aufsuchen oder sich an einen Facharzt oder eine Fachärztin für Dermatologie wenden“, rät AOK-Serviceregionsleiter Dirk Schneider.

Rasur als möglicher Risikofaktor

Ein möglicher zusätzlicher Übertragungsweg rückt zunehmend in den Fokus: Rasuren im Bereich von Nacken, Kopfseiten oder Bart. Dabei können kleinste Hautverletzungen entstehen, die den Pilzsporen als Eintrittspforte dienen können. Dieser neuere Übertragungsweg kann eine Erklärung dafür sein, warum überwiegend Kinder und junge Männer über die Symptome einer Pilzinfektion auf der Kopfhaut oder am Hals klagen. Hautärzte beobachten, dass die Infektionszahlen in letzter Zeit zunehmen. Genaue Zahlen zur Verbreitung von Fadenpilzen gibt es nicht, da der Pilz nicht meldepflichtig ist.

Behandlung und richtige Hautpflege

„Steht fest, dass der Fadenpilz die Ursache für die Beschwerden am Kopf ist, wird je nach Schwere der Infektion ein Antimykotikum, ein wirksames Medikament gegen Pilze, zum Einnehmen oder Eincremen verordnet. Wichtig ist eine konsequente Behandlung, damit der Pilz nicht zurückkehrt“, so Schneider. Da sich Pilze in feucht-warmer Umgebung besonders wohlfühlen, sollten Betroffene die Kopfhaut möglichst trocken halten. Von Sauna- oder Schwimmbadbesuchen wird in der akuten Phase abgeraten.

Hygiene ist entscheidend zur Vorbeugung

Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, sollte bei einer Infektion enger Körperkontakt vermieden werden. Zudem gilt es, persönliche Hygieneartikel nicht zu teilen – dazu zählen Kämme, Bürsten, Rasiergeräte, Kopfkissen, Handtücher oder Waschlappen. Waschbare Textilien sollten bei mindestens 60 Grad mit geeignetem Waschmittel gereinigt werden.

Rasierer, Scherköpfe und Klingen sollten nach jeder Nutzung desinfiziert werden; Einmal-Rasierklingen sind empfehlenswert. Auch bei Friseuren und Barbershops spielt Hygiene eine zentrale Rolle. Wer unsicher ist, kann sich vor dem Besuch über die jeweiligen Hygienestandards informieren.