Für viele, wenn nicht die meisten Menschen ist die Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs eine einmalige Angelegenheit. Er ist z. B. Voraussetzung für den Führerscheinerwerb. Regelmäßige Wiederholungen – Fehlanzeige. So war es auch bei LokalDirekt-Mitarbeiter Hans-Jörg Dietz.

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Wie lange ist es her? Diese Frage stellte sich, als meine Frau den Vorschlag machte, den von der Evangelischen Kirchengemeinde Plettenberg organisierten und unter der Leitung von Damian Schubert vom DRK im Märkischen Kreis durchgeführten Kurs „Kirche übt Erste Hilfe“ mitzumachen. Gedanken an die Jugend, an den Führerscheinerwerb, an den DLRG-Rettungsschein, an die Bundeswehr und mehr kamen unweigerlich auf. Wie lange war es denn nun her? 47 Jahre ergab die Sichtung in alten Unterlagen. Das waren meine letzten Berührungspunkte unter dem Aspekt „Erste Hilfe“. Aber aus der Nummer kam ich nicht mehr heraus, denn die Anmeldung war bereits durch meine Gattin erledigt worden.

So fanden wir uns am Samstag, 17. Januar, um 8 Uhr mit 18 weiteren Gleichgesinnten im Gemeindezentrum der Evangelischen Kirchengemeinde Plettenberg ein. Der Andrang auf diesen Kurs war so groß, dass es sogar eine Warteliste gab, erzählte mir die Gemeindeschwester Sabine Hollweg. Hauptsächlich war die Veranstaltung für Mitarbeitende der Gemeinde gedacht, aber auch weitere Interessierte hatten sich angemeldet. Es war eine illustre Runde. Von „Alt“ (Jahrgang 1958) bis „Jung“ (Jahrgang 2011) war alles vertreten. Sehr erfreut zeigten sich die Organisatoren über die Teilnahme von fünf Konfi-Teamern aus der Kirchengemeinde.

Mit Skepsis und fragenden Blicken warteten die Anwesenden auf das, was kommen sollte, aber ein überaus verständnisvoller und sehr locker und interessant moderierender Damian Schubert zerstreute schnell alle Zweifel. Nach einer Übersicht über die Strukturen des Rettungswesens, gab er Beispiele aus seiner Tätigkeit als Rettungssanitäter, um zu zeigen, wie wichtig ein Wissen über eine erfolgreiche Ersthilfe ist. Auch aus der Runde der Teilnehmenden gab es Praxisbeispiele von diversen selbst durchlebten Notsituationen.

Damian Schubert vom DRK im Märkischen Kreis leitete den Erste-Hilfe-Kurs.
Foto: Hans-Jörg Dietz/LokalDirekt

Damian Schubert machte aber auch klar, dass bei allen Laienhilfen an einem Unfallort immer der Eigenschutz vorgehe. Von der stabilen Seitenlage, über die Mund-zu-Mund-Beatmung und Herzdruckmassage am Dummy „Herr Müller“, Anlegen von Verbänden, Absicherung von Unfallstellen bis zum Absetzen von Notrufen gab es an diesem Tag ein breites Spektrum der Wissensvermittlung.

Erste-Hilfe-Techniken werden weiterentwickelt

Einige ältere Teilnehmer konnten sich noch gut erinnern, dass frühere Schulungen noch andere Techniken z. B. bei der stabilen Seitenlage oder der Mund-zu-Mund-Beatmung beinhalteten. Auch hier hat eine Weiterentwicklung und Überarbeitung der jeweiligen Techniken stattgefunden, um es den Rettenden im Ernstfall einfacher zu machen.

Wenn ich vorher gedacht hatte, dass es ein langatmiger Tag werden würde, sah ich mich am Ende getäuscht. Da alle aktiv mit eingebunden wurden und die Moderation sehr kurzweilig war, verging der Tag ausgesprochen schnell.

Am Ende der Veranstaltung bekam jeder Teilnehmer ein Zertifikat und viele gingen mit dem Gedanken nach Hause: Das solltest du doch mit einem gewissen Zeitabstand wiederholen, damit das Erlernte sich besser einprägt. Mein persönliches Fazit: Der lange Tag hat sich auf jeden Fall gelohnt. Sollte ich in eine Situation kommen, in der ich Erste Hilfe leisten muss, werde ich mich sicherer fühlen und das ist ein gutes Gefühl.

Damian Schubert wies noch auf die Webseite des DRK-Kreisverbands Iserlohn hin. Dort können alle Informationen zu Erste-Hilfe-Kursen und vielen weiteren Themen eingesehen werden: https://www.drk-im-mk.de/rotkreuzkurs.

Interessiert folgten die Teilnehmer den Ausführungen von Damian Schubert.
Foto: Hans-Jörg Dietz/LokalDirekt