Elterntaxis, Verkehrschaos und gefährliche Situationen für Kinder – diese Sorgen beschäftigen Verena Domingues aus Halver. Mit einem Antrag an den Rat der Stadt wendet sie sich deshalb an die Politik und beantragt ein zeitlich begrenztes Durchfahrtsverbot vor der Regenbogenschule in Oberbrügge.

Überregionale Nachrichten

Die besorgte Halveranerin schildert in ihrem Antrag die Ausgangslage vor der Schule: „In der Zeit von 7.30 Uhr bis 8.15 Uhr kommt es in der Straße Am Nocken, insbesondere im Bereich vor der Schule, zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen. Viele Eltern bringen ihre Kinder in dieser Zeit mit dem Auto zur Schule oder in die Kita. Dabei wird auch die Bushaltestelle zugeparkt, was das Anfahren für den Bus erschwert. Einige Eltern halten zudem mitten auf der Straße und lassen dort ihre Kinder aussteigen. Durch die unübersichtliche Situation ist es für Kinder, die zu Fuß kommen, schwierig, die Straße sicher zu überqueren.“

Sie fordert, dass sich an der Situation etwas ändert. Domingues wünscht sich ein Durchfahrtsverbot zwischen 7.30 Uhr und 8.15 Uhr. Ausgenommen davon sollen Busse, Lehrkräfte, Erzieher der Kita sowie Anwohner sein. Zudem regt sie die Einrichtung einer Elternhaltestelle an den Parkbuchten an der Heerstraße an, inklusive zeitlich begrenzter Parkmöglichkeiten. Ergänzend schlägt die Halveranerin vor, entsprechende Verkehrsschilder und Hinweistafeln aufzustellen sowie eine Informationskampagne für Eltern und Anwohner zu erarbeiten.

Ein vergleichbares Durchfahrtsverbot wurde bereits an der Adolf-Reichwein-Gesamtschule in Lüdenscheid eingerichtet.

Einstimmig abgelehnt: „Eine Durchfahrtssperre ist weder erforderlich noch angemessen"

Der Hauptausschuss stimmte am Mittwochabend, 25. Februar, einstimmig gegen das begrenzte Durchfahrtsverbot und empfahl dem Rat, den Antrag der Halveranerin abzulehnen.

Zur Begründung wurde angeführt, dass das Verkehrsaufkommen vor Ort bereits mehrfach vom Ordnungsamt zu den Stoßzeiten überprüft worden sei, ohne dass besondere Auffälligkeiten festgestellt wurden. Die Situation entspreche dem Verkehrsbild an anderen Schulstandorten im Stadtgebiet, heißt es in der Vorlage. „Der betreffende Bereich befindet sich bereits in einer Tempo-30-Zone. Nach vorliegenden Informationen sind dort keine Unfälle mit besonderer Relevanz verzeichnet, zudem handelt es sich nicht um eine Unfallhäufungsstelle. Eine außergewöhnliche Gefährdungslage, die eine Durchfahrtssperre rechtfertigen würde, ist daher nicht erkennbar."

Außerdem heißt es weiter: „Eine vollständige Sperrung der Straße Am Nocken würde das Verkehrsproblem voraussichtlich nicht lösen, sondern nur auf die Heerstraße verlagern und neue Gefahrenpunkte schaffen. Regelmäßig zugeparkte Haltestellen oder Beschwerden von Busunternehmen sind nicht bekannt. Zudem wäre eine Durchfahrtssperre schwer kontrollierbar, da Ausnahmeregelungen für bestimmte Gruppen wie Lehrkräfte oder Kita-Personal nur schwer überprüfbar wären."

Aus den genannten Gründen beschließt der Ausschuss, den Antrag abzulehnen. Für die Politiker seien verhältnismäßige Einzelmaßnahmen, wie beispielsweise eine Informationskampagne für die Eltern, zielführender. Diese wolle die Verwaltung künftig gemeinsam mit der Schule erarbeiten.