In seiner Abschiedsrede berichtete Dr. Hildenbrand davon, wie alles 1996 begann. Damals gab es nur wenige Kliniken in Deutschland, die sein Leistungsspektrum angeboten haben und somit standen die hilfesuchenden Patientinnen und Patienten oft vor der Herausforderung, eine wohnortferne Behandlung in Anspruch nehmen zu müssen. Dem setzte Dr. Hildenbrand sein Konzept konsequent entgegen, denn er hatte konkrete Vorstellungen davon, wie eine moderne psychosomatische-psychotherapeutische Patientenversorgung in einem Maximalversorger auszusehen hat. Er bot ein breites Leistungsspektrum in der stationären, tagesklinischen, ambulanten und konsiliarischen Behandlung an.
Überregional bekannt
Viele Patientinnen und Patienten folgten seinem Ruf und ließen sich in den Bereichen der funktionellen Körperbeschwerden und Stressfolgeerkrankungen behandeln. Auch fanden Patienten mit Essstörungen, mit Traumafolgestörungen, mit körperlichen Erkrankungen und psychischen Begleiterkrankungen bei ihm und seinem Team Hilfe. Der Erfolg der Behandlungen gab ihm Recht und somit entwickelte sich die Klinik zu einer Institution mit überregionaler Bekanntheit und ist heute intern und extern gut vernetzt.
So ist sie mit ihrer psychoonkologischen Kompetenz beteiligt an Organzentren wie dem Brust- und Darmzentrum, an der ambulanten spezialfachärztliche Versorgung und berät zudem Patienten anderer Kliniken im Rahmen des Konsiliar- und Liaisondienstes. Stolz berichtete Dr. Hildenbrand von seinem Projekt zur frühzeitigen Erkennung und Behandlung von psychischen Erkrankungen am Arbeitsplatz und zur Beratung von Arbeitnehmern und Führungskräften: „Zahlreiche größere, aber auch kleinere Unternehmen in der Region nahmen hieran teil. Denn es war schon damals ersichtlich, dass psychische Erkrankungen mehr als andere Gesundheitsstörungen eine Arbeitsunfähigkeit und Frühberentung begründen. Daher war es immens wichtig, genau hier frühzeitig im Sinne der Erkennung und Prävention anzusetzen.“
Modell für weitere Kliniken in Deutschland
Seine Klinik war ein Modell, welchem viele in Deutschland folgten. Auch seine Vorreiterrolle in der stetigen Aus- und Fortbildung ärztlicher Kolleginnen und Kollegen wurde wahrgenommen. So beriet Dr. Hildenbrand über viele Jahre als stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und ärztliche Psychotherapie andere Kliniken, aber auch Organe der Selbstverwaltung und Gesundheitspolitik. Ihm ist wichtig zu betonen, dass er immer ein tolles Team an seiner Seite hatte. Insbesondere hebt er hervor: „Meine Stellvertreterin Doris Bartels war von Anfang an dabei und hat den Aufbau der Klinik hoch engagiert begleitet. Sie geht – ebenso wie ich – mit Freude und Stolz, aber auch mit etwas Wehmut nun in den Ruhestand, denn unsere Arbeit war mehr als die Erfüllung von Aufgaben für uns, sondern Teil unserer Lebenswerke“.
Nachfolgerin Dr. Corinna Pfeiffer
Auch Dr. Thorsten Kehe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Märkischen Kliniken, bedankte sich für seinen Einsatz: „Rund 28 Jahre haben Sie Ihre Klinik und Ihr Team nicht nur mit Umsicht geführt, sondern ganz besonders die Patientinnen und Patienten in den Fokus gestellt. Sie haben gezeigt, was die moderne psychosomatische Medizin alles leisten kann und Sie haben mit Ihrer Klinik hier vor Ort ein Zentrum geschaffen, dass Patienten nicht nur aus der Region, sondern auch überregional bestmöglich versorgen kann. Dafür sind wir Ihnen sehr dankbar.“
Auch Dr. Corinna Pfeiffer nahm als seine Nachfolgerin an der Verabschiedung teil. Sie ist seit dem 1. Juli im Dienst und freut sich, die Arbeit von Dr. Gerhard Hildenbrand als Leiterin der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie weiterführen zu können.









