Bellen, Pfötchen geben, bei Fuß gehen, Spazierengehen ohne Leine – man könnte meinen, dass es sich hier um einen sehr gut erzogenen Hund handele. Doch schon der erste Blick macht klar: Der Roboterhund, der gerade ins Tumo-Zentrum Lüdenscheid einzog, ist kein Tier, sondern hochentwickelte Technologie.
Das Besondere an diesem Roboter ist, dass er nicht auf Rollen geht, sondern vier Beine hat. Diese erlauben es ihm, sich sicher auf unebenem Gelände zu bewegen, Hindernisse wie Treppen zu überwinden und selbst in engen Innenräumen stabil zu navigieren. Seine Gelenke erreichen Drehmomente von bis zu 45 Nm und ermöglichen dynamische Bewegungen – vom präzisen Gehen bis zu komplexen Aktionen wie Drehen, Springen oder sogar kleinen Tricks, wie im Handstand laufen.
Härtetest in der Fußgängerzone
Tumo Robotics-Workshopleiter Jood Jabbooli macht den Härtetest in der Fußgängerzone: Der Hund folgt ihm selbstständig, ohne Passanten umzurennen oder über das Pflaster zu stolpern. Möglich macht das eine radarähnliche Technik in der „Schnauze“ des Hundes. Das 4D-LiDAR-System scannt die Umgebung mit einem Sichtfeld von bis zu 360 Grad × 90 Grad. Auf diese Weise kann der Roboterhund Hindernisse selbstständig umgehen und mit seiner Umwelt interagieren. Für zwei bis drei Stunden reicht der Akku, danach muss der Roboterhund wieder ins „Körbchen“.
Doch die Möglichkeiten des Roboterhundes sind vielfältig. Er reagiert auf Sprachbefehle „Mache ein Foto von mir.“ Er kann auch mit Gesten gesteuert werden. Eine eingebaute KI macht sogar Unterhaltungen mit dem Hund möglich. Vorinstallierte Profile lassen ihn beispielsweise als Wachhund oder als Hütehund agieren.
Im Tumo Lüdenscheid soll der Hund nicht nur als reines Vorführmodell genutzt werden. Er soll abstrakte Theorie sichtbar machen. Algorithmen sind nicht mehr nur Code auf einem Bildschirm – sie bestimmen, wie sich der Roboter bewegt, reagiert und entscheidet. Er bringt junge Menschen dazu, Fragen zu stellen, Ideen zu entwickeln – und die Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.
„Der Roboter ist eine spielerische Art, Jugendlichen Anwendungen aus der Realität näher zu bringen“, sagt Jood Jabbooli. „Hier kann ich praktisch zeigen, was zum Beispiel autonome Autos benötigen: Sensoren, um Objekte und Farben zu erkennen.“ Für ihn ist der Roboterhund eine maßgebliche Ergänzung zum Robotics-Workshop.
Das nächste Robotic-Projekt wartet schon
Übrigens: Das nächste Robotic-Projekt wartet schon im Tumo-Zentrum: Allerdings in Einzelteilen. Der PIB (Printable Intelligent Bot) verbindet verschiedene Workshopbereiche. Denn er benötigt noch Teile aus dem 3D-Drucker. Erst wenn die gedruckt sind, können Armlager, Kabel, Displays und Motoren zu einem „klassischen“ Roboter zusammengebaut werden. Das machen dann aber die Member im Tumo selbst, bevor sie den Roboter auf unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden programmieren und damit zum Leben erwecken können.








