Im Festsaal der Burg Altena hat sich der Kulturausschuss des Märkischen Kreises am Dienstag, 23. Juni, mit mehreren Projekten zur Stärkung von Kultur, Tourismus und digitalen Angeboten im Märkischen Sauerland befasst. Im Mittelpunkt standen eine neue App zur Kulturvermittlung sowie der Aufbau einer digitalen Lernplattform.
App erzählt Geschichte direkt vor Ort
Mit dem Projekt „RoadStory“ will der Märkische Kreis neue Wege in der Kulturvermittlung gehen. Die kostenlose Smartphone-App ermöglicht es, Geschichte und Sehenswürdigkeiten direkt vor Ort zu erleben. Sobald Nutzer einen bestimmten Standort erreichen, startet automatisch eine passende Hörgeschichte.
Die Inhalte behandeln unter anderem regionale Geschichte, Industriekultur und Naturdenkmäler. Professionelle Sprecher bereiten die Beiträge hörspielartig auf. Die erste Route führt durch die Lüdenscheider Innenstadt und beleuchtet die Entwicklung zur „Stadt des Lichts“.
Weitere Touren für Städte, Wander- und Radwege sind bereits geplant. Für Lizenzen von 15 Touren über zwei Jahre fallen Kosten von rund 5950 Euro an. Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln der Tourismusförderung.
Digitale Lernplattform für Betriebe
Zusätzlich plant der Kreis den Start der neuen Lernplattform „Märkisches Sauerland“. Das Angebot richtet sich vor allem an Beschäftigte aus Tourismus, Freizeitwirtschaft und Kultur, die zeitlich flexibel Weiterbildungsmöglichkeiten benötigen. Die Inhalte basieren auf einem zuvor durchgeführten Wissensmonitor, bei dem Nutzer relevante Themen benannten. Geplant sind unter anderem Kurse zu Marketing, touristischen Angeboten, Mitarbeiterführung sowie zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz.
Für Aufbau, Lizenzen und Analyse entstanden bislang Kosten von rund 10.500 Euro. Weitere 5.600 Euro sind für zusätzliche Inhalte in diesem Jahr vorgesehen. Auch dieses Projekt finanziert der Kreis über die Tourismusförderung.
Mehr Austausch zwischen Kommunen geplant
Darüber hinaus beschäftigte sich der Kulturausschuss im Festsaal der Burg Altena mit einem Antrag der UWG-Fraktion. Sie hatte angeregt, einen regelmäßigen Austausch zwischen dem Märkischen Kreis und den Kulturverantwortlichen der Städte und Gemeinden einzurichten.
Die Kreisverwaltung verwies darauf, dass bereits seit vielen Jahren zweimal jährlich touristische Regionalkonferenzen stattfinden. Künftig sollen diese Veranstaltungen um kulturelle Themen erweitert werden. Vorgeschlagen wurde deshalb, die bisherige „Regionalkonferenz Tourismus“ zur „Lebensraumkonferenz Kultur und Tourismus im Märkischen Sauerland“ weiterzuentwickeln. Nach Auffassung der Verwaltung bietet dieses Format die Möglichkeit, Kultur und Tourismus gemeinsam zu betrachten und vorhandene Strukturen sinnvoll zu nutzen. Gleichzeitig soll die Zusammenarbeit mit bestehenden Netzwerken wie der Regionalen Kulturpolitik Südwestfalen gestärkt werden.
Der Kulturausschuss stimmte dem modifizierten Beschlussvorlag einstimmig zu. Eine endgültige Entscheidung wird im Kreistag am Donnerstag, 9. Juli, getroffen.








