Das nächste Lüdenscheider Gespräch der Fernuni Hagen – gleichzeitig Geschichtliches Forum des Geschichts- und Heimatvereins – findet am Mittwoch, 18. März, ab 18 Uhr im Kulturhaus Lüdenscheid statt. Unter dem Titel "Die Toten von Meschede" geht es um Rekonstruktion, Strafverfolgung und Erinnerungskultur eines Kriegsverbrechens.
Dr. Marcus Weidner, LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte und Dr. Manuel Zeiler, LWL-Archäologie für Westfalen, sind die Referenten dieses Abends.
Die Moderation übernimmt Dr. Dietmar Simon, Geschichts- und Heimatverein Lüdenscheid.
Zwischen dem 21. und 23. März 1945 - kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs - verübten Angehörige der "Division zur Vergeltung" zwischen Warstein und Meschede im Sauerland eines der größten Verbrechen in der Endphase des Kriegs in Deutschland außerhalb von Konzentrationslagern und Gefängnissen. Hans Kammler, SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS, ließ an drei Stellen im Arnsberger Wald 208 polnische und russische Zwangsarbeiter ermorden.
Täterwerkzeuge und Habseligkeiten der Opfer geborgen
Obwohl das Verbrechen seit 1945 bekannt war, beschäftigte sich die historische Forschung erst seit wenigen Jahren eingehend mit dem Massaker. Der Historiker Marcus Weidner hat die Hintergründe und das Ereignis sowie die justizielle Aufarbeitung und das Gedenken an diesen Massenmord erforscht. Archäologe Manuel Zeiler hat die drei Erschießungsorte samt Friedhöfen archäologisch untersucht. Dabei wurden zahlreiche Funde - Täterwerkzeuge ebenso wie Habseligkeiten der Opfer - geborgen, die die letzten Stunden im Leben der Ermordeten bezeugen und Aufschlüsse über den Ablauf der grausamen Taten geben.
1957/58 endet der erste Prozess vor dem Landgericht Arnsberg mit skandalös milden Strafen. Die Richter erkannten weder die rassistische Auswahl der Opfer noch die grausame Tötungspraxis oder die systematische Täuschung als Mordmerkmale an. Für sie war die Tat lediglich die Folge allgemeiner Kriegsumstände. Nach öffentlichem Protest hob das Landgericht Hagen das Arnsberger Urteil 1959 im Revisionsverfahren auf. Der Haupttäter Wolfgang Wetzling wurde wegen Mordes verurteilt und verbrachte seine Haftzeit bis 1974 im Gefängnis.
Der Eintritt ist frei. Wer nicht vor Ort sein kann, schaltet sich per Zoom zu:
Zoom-Link: <https://fernuni-hagen.zoom-x.de/j/66864129522?pwd=8EnYGPtj6oTZgz4FibVQF8IZDsj2RS.1>
Meeting ID: 668 6412 9522 Kenncode: 85337080









