Rund 600 Demonstrierende trafen sich am Sonntagvormittag vor dem Städtischen Saalbau in Letmathe, um deutlich zu machen, dass es in Iserlohn keinen Platz für rechtes Gedankengut gibt.
Der AfD-Kreisverband hatte in den Saalbau eingeladen, um seine Delegierten für die bevorstehenden Landes- und Bezirksparteitage zu wählen. Es war das zweite AfD-Treffen innerhalb weniger Wochen in Letmathe. Bekanntlich hatte sich auch der Landesverband NRW der neuen AfD-Jugendorganisation dort gegründet. Bereits seinerzeit hatte es eine Anti-AfD-Demo dort gegeben, die allerdings wegen des erst kurzfristig bekanntgewordenen Termins nicht so viel Demonstranten angelockt hatte wie dieses Mal.
„Ihr seid hier nicht willkommen, haut ab!“, rief Sylvia Olbrich, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen und mit Nicole Reinshagen eine der Organisatoren, den ankommenden AfD-Vertretern zu.
„Nazis-Raus-Rufe“
Mit Trillerpfeifen, Tröten, Gesängen und „Nazis raus“-Rufen machten sich die Demonstranten Luft. Unter ihnen die „Opas gegen Rechts“, die „Omas gegen Rechts“, das „Friedensplenum Iserlohn“ und das „Friedensbündnis Hemer“. Zu den Demonstrierenden gesellten sich auch mehrere Iserlohner Ratsmitglieder, Bürgermeister Michael Joithe und Superintendent Oliver Günther.
Geschützt wurden Demonstranten und Versammlungsteilnehmer von insgesamt 25 Polizeikräften. Sie mussten allerdings nicht einschreiten – ihre Hauptaufgabe war es, die Friedrich-Ebert-Straße vor dem Saalbau großräumig abzusperren.
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An Recht und Gesetz halten
„Iserlohn ist bunt, hier ist kein Platz für Feinde der Demokratie“, sagte Iserlohns Bürgermeister Michael Joithe. Dass er mit einigen Pfiffen empfangen werde, könne er verstehen. Dem Bürgermeister war zuletzt vorgeworfen worden, die AfD-Treffen im Saalbau nicht verhindert und nicht frühzeitig bekannt gemacht zu haben. „Auch wenn wir diese Versammlungen nicht gut finden: Wir halten uns an Recht und Gesetz“, erklärte Joithe.
„Gemeinsam Haltung zeigen“
„Gemeinsam Haltung zeigen. Haltung für Menschen, für Demokratie und Vielfalt gegen Hass, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus“, sagte Superintendent Oliver Günther, der sich freute, als „Mann der Kirche“ zu den Teilnehmenden sprechen zu dürfen. „Wir dürfen es nicht zulassen, dass sich Geschichte wiederholt“, so Günther. Michael Scheffler, SPD-Ratsherr in Iserlohn, erinnerte daran, dass er bereits vor vielen Jahren an gleicher Stelle demonstriert habe. Scheffler sprach sich für ein AfD-Verbot aus.










