Als Tischvorlage brachten die Grünen in der vergangenen Sitzung des Ausschuss für Familie, Jugend, Soziales und Senioren am 20. Januar einen Antrag an die Verwaltung ein, Indoor-Freizeitaktivitäten in Meinerzhagen zu schaffen. Die anderen Fraktionen und die Verwaltung kritisierten den Antrag scharf.
Nachdem die Fraktion von Bündnis 90 / die Grünen ihren Antrag, der auf den 4. April 2025 datiert war, vorgestellt hatten, übten nicht nur mehrere Fraktionen, sondern auch die Verwaltung teils deutliche Kritik. Die Bündnisgrünen beantragten: "Die Verwaltung wird beauftragt, Voraussetzungen zu prüfen und zu schaffen, damit durch Indoor-Freizeitbeschäftigungen [...] der Freizeitwert von Jung und Alt in Meinerzhagen gesteigert wird." Die Grünen erhoffen sich regionale und touristische Wertsteigerung und nennen auch die "sauerland-typischen Wetterbedingungen" als ein Argument für die Halle. Als Örtlichkeit schwebt den Grünen die nicht mehr genutzte Kirche St. Martin vor.
Frank Markus, Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste, entgegnete: "Zum Anfang kurz von unserer Seite: Die Schaffung von Indoor-Angeboten sehen wir nicht als Aufgabe der Gemeinde." Er erläuterte, dass dafür sowohl das Personal, als auch die Gebäude fehlen. "Eine Indoor-Halle zu betreiben, das ist schlicht nicht möglich für die Kommune", merkte Markus an, ergänzte jedoch: "Wir können natürlich unterstützend tätig werden, wenn ein Investor da etwas schaffen will." Auch mit dem konkreten Standortvorschlag zeigte sich Markus nicht zufrieden. "Ich weiß, dass mit dem Kirchengebäude andere Pläne bestehen. Die Planungen sind da schon sehr konkret."
"Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Erzbischof da ein Sakralgebäude erhalten will, und dann so etwas zulässt", kritisierte Dirk Gogarn, sachkundiger Bürger der CDU-Fraktion vor allem die Wahl des Gebäudes. Gogarn ist evangelischer Pfarrer . Er ist der Ansicht, dass die Katholiken in der Hinsicht eher streng seien. FDP-Fraktionsvorsitzender Christian Schön störte sich daran, dass die Verwaltung direkt ein Konzept erstellten solle. "Ich fänd das alles schön, aber wir können nicht die Stadt mit tausenden Konzepten belasten", befand er die Idee grundsätzlich für gut, äußerte jedoch trotzdem Zweifel am Antrag.
Gänzlich dagegen ist Lukas Fröhlich von der Alternative für Deutschland. Er brachte den ehemaligen Indoorspielplatz "Tommywood" in Lüdenscheid ins Gespräch "und da wissen wir alle, wie das ausgegangen ist. Ich sehe schwarz dafür, dass irgendein Investor das hier probieren will." Auch SPD-Frau Susanne Berndt betonte, dass sie "diesem Antrag nicht viel abgewinnen kann. Nicht der Sache an sich, aber dem Antrag."
Bei der Beschlussfassung war die Meinung im Ausschuss deutlich, lediglich eine Stimme der Grünen war dafür, den Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Ratssitzung zu setzen. Neben einer Enthaltung durch die Linke Fraktion gab es sonst ausschließlich Gegenstimmen.









