Die Zeiten der langweilig grauen Mauern an der neuen Skateanlage an der Heerstraße sind bald vorbei. Schüler der Humboldtschule und Jugendliche aus der offenen Kinder- und Jugendarbeit der Stadt Halver haben in insgesamt vier Workshops gelernt, wie professionelle Spray-Kunst eine triste Mauer verschönern kann.
Gemeinsam mit Graffitikünstler Torben Zilles haben rund 20 Jugendliche Motive entwickelt, Spraytechniken erlernt und auch die rechtlichen Fragen, die mit der Spray-Kunst einhergehen, beleuchtet. Im Film „Wholetrain", den sie am ersten Workshopnachmittag gesehen haben, dreht sich alles um die Graffitiszene und zeigt dabei auch deren Schattenseiten auf.
Nach der Theorie ging es an die Praxis. Dabei lernten die Jugendlichen, wie sie aus einer Idee ein Motiv auf Papier bringen und dieses dann später im großen Maßstab auf die Wand sprühen. Das fertige Werk soll aber nicht nur die Skateranlage verschönern. Es soll gleichzeitig zeigen, dass diese Kunstform, die mit vielen Vorurteilen behaftet ist, einen deutlichen Mehrwert bedeuten kann.
Die Stirnseite der Anlage, die beim betreten zuerst ins Sichtfeld rückt, wird mit dem Schriftzug „Halver“ besprüht. Dabei wird der Ortsname geteilt. Die Lücke wird mit dem Halveraner Stadtwappen gefüllt. Die rechte und linke Innenseite verschönern Motive, deren Umrisse von Zilles vorgegeben werden. Mit ihren ‚Tags‘, also ihren Künstlernamen, dürfen sich alle teilnehmenden Jugendlichen dann auf der Rückseite der Betonwand verewigen.
Insgesamt sind für die Sprayaktion sechs Stunden eingeplant. Gutes Wetter vorausgesetzt, beginnen die Arbeiten am Freitag, 12. Juni, um 10 Uhr, so dass die Skateanlage am Nachmittag in ein farbenfrohes Freizeitangebot verwandelt sein wird. Torben Zilles und Jannica Beckmann, die Koordinatorin der Kinder- und Jugendarbeit, werden dabei nicht nur darauf achten, dass die Motive sauber gesprüht werden, sondern auch darauf, dass alle mit Schutzanzug und Atemschutzmasken arbeiten.
Fotogalerie
„Die Jugendlichen waren in den Workshops sehr konzentriert und kreativ“, sagt Jannica Beckmann, die Koordinatorin der Kinder- und Jugendarbeit. „Es war ein durchweg gelungener Workshop, bei dem es aber ruhig ein paar Teilnehmer mehr hätten sein dürfen.“ Sie freue sich vor allem für die Jugendlichen, dass sie sich selbst bei der Gestaltung ihres Treffpunktes einbringen können. „Die Skateanlage ist generell ein guter Platz für sie, um sich auch mal außerhalb der Aufsicht von Erwachsenen zu treffen und unter sich sein zu können“, hebt sie die Wichtigkeit dieses Platzes hervor.
Zur noch ausstehenden offiziellen Eröffnungsfeier plant Beckmann eine große Party mit Verpflegung, Musik und einigen Aktionen.







