Plettenbergs Bürgermeister Ralf Beßler hat sein Fernbleiben beim Festakt zur Verabschiedung der bisherigen und Einführung der neuen Feuerwehrleitung am Samstag in der Oesterhalle begründet. Gegenüber LokalDirekt schilderte er die Meinungsverschiedenheiten, die seiner Entscheidung vorausgegangen waren. Vor allem mit dem scheidenden Feuerwehrleiter Markus Bauckhage hatte es offenbar erhebliche Differenzen gegeben.
Bauckhage hatte die Abwesenheit des Bürgermeisters während des Festakts mit deutlichen Worten kritisiert. Beßler erklärte gegenüber LokalDirekt, er sei „zehn Monate lang vorgeführt“ worden. Insbesondere Bauckhage habe ihn zur Weißglut getrieben.
Streit um Veranstaltungsort und Kosten
Ein wesentlicher Streitpunkt war nach Darstellung des Bürgermeisters der Ort der Verabschiedung. „Mein Vorschlag lautete, die feierliche Verabschiedung zusammen mit der Eröffnung des neuen Feuerwehrgerätehauses in Ohle durchzuführen. Das wäre absolut der richtige Ort und Rahmen gewesen. Bauckhage hat das aber abgelehnt.“
Als Alternative habe er das Rathaus vorgeschlagen, verbunden mit einem Zapfenstreich im Innenhof. Auch dieser Vorschlag sei abgelehnt worden, unter anderem wegen einer zeitgleich stattfindenden Feier in der benachbarten Schützenhalle.
Uneinigkeit habe zudem über die Kosten des Festakts bestanden. „Ich habe den Etat von 5000 auf 2000 Euro gekürzt“, erklärte Beßler. Er begründete die Entscheidung mit der angespannten Haushaltslage der Stadt: „Wir schließen aus Geldmangel den Jugendtreff auf der Burg, sparen an allen Ecken und Enden. Da passt es nicht, dass wir so viel Geld für eine Verabschiedung ausgeben.“
„Da bleibe ich lieber weg“
Aufgrund der anhaltenden Meinungsverschiedenheiten habe er bereits vor zwei Monaten allen Beteiligten mitgeteilt, dass er nicht an der Veranstaltung teilnehmen werde.
„Wenn ich eine Rede gehalten hätte, hätte ich auch diese Querelen erwähnt – und das wollte ich nicht öffentlich tun“, erklärte Beßler. „Da bleibe ich lieber weg.“
Der Bürgermeister sieht seine Entscheidung als eine Frage der Konsequenz. „Wertschätzung ist keine Einbahnstraße. Da zeige ich klare Kante“, betonte er. „Ich gehe überall hin, bin nah an den Bürgern. Es wäre ein Leichtes gewesen, auch zur Feuerwehr in die Oesterhalle zu gehen. Aber das mache ich nicht. Ich knicke nicht ein.“
Als oberster Repräsentant der Stadt und oberster Dienstherr der Feuerwehr müsse er sich ein solches Verhalten nicht gefallen lassen, machte Beßler deutlich. Von Bauckhages Seite habe es keinerlei Einlenken gegeben.
Zuversicht für Zusammenarbeit mit neuer Wehrleitung
Trotz der Auseinandersetzungen blickt Beßler zuversichtlich auf die Zusammenarbeit mit der neuen Feuerwehrleitung. „Die Feuerwehr ist wichtig für unsere Stadt. Sie ist ein Teil davon. Dazu gehören auch die Bereiche Jugend, Sport, Soziales und so weiter, die alle unsere Unterstützung brauchen.“
Wann das neue Feuerwehrgerätehaus in Ohle offiziell eröffnet und an die Löschgruppe übergeben wird, steht unterdessen noch nicht fest. „Es fehlt noch Mobiliar, das gerade bestellt worden ist“, berichtete der Bürgermeister.
Nach Informationen von LokalDirekt wurde der Festakt in der Oesterhalle über den städtischen Kostenbeitrag hinaus durch private Sponsoren finanziert. Für den Auftritt des Feuerwehrmusikzugs entstanden keine zusätzlichen Kosten.
Lesen Sie auch:
Wechsel an der Feuerwehrspitze: Bauckhage kritisiert Beßlers Fernbleiben









