Wie wichtig regelmäßige Bewegung für die Gesundheit und Lebensqualität im Alter ist, stand im Mittelpunkt eines Tages der offenen Tür beim Plettenberger Turnverein (PTV). Rund 70 Interessierte folgten der Einladung unter dem Motto „Sport und Bewegung ab 50“. Neben Fachvorträgen gab es praktische Übungen, Informationen zu Sportangeboten und Gelegenheit zum Austausch.
PTV-Vorsitzender Winfrid Schulte betonte zur Begrüßung die Bedeutung sportlicher Aktivität im höheren Lebensalter. Besonders begrüßte er Ulla Dartmann, die mit 90 Jahren das älteste Mitglied des Vereins ist und weiterhin aktiv am Vereinsleben teilnimmt.
Unterstützt wurde die Veranstaltung von der Seniorenvertretung Plettenberg und dem Gesundheits- und Pflegenetzwerk Plettenberg-Herscheid.
Bürgermeister Ralf Beßler erinnerte in seinem Grußwort an die zwei Wochen zuvor veranstaltete Gesundheitsmesse. Er begrüßte es, dass der PTV mit seinem Aktionstag gezielt ältere Menschen anspreche und ihnen Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung aufzeige. Zugleich würdigte er die Bedeutung der Sportvereine für das gesellschaftliche Leben in Plettenberg. „Sport verbindet Menschen, und das in jedem Alter“, sagte Beßler.
Seniorenvertretung und Gesundheitsnetzwerk stellen ihre Arbeit vor
Detlef Ashoff stellte die Aufgaben und Aktivitäten der Plettenberger Seniorenvertretung vor. Er hob hervor, dass deren Mitglieder inzwischen in verschiedenen städtischen Ausschüssen mitarbeiten und dort die Interessen älterer Menschen vertreten können. Auch die Veranstaltungen der Seniorenvertretung erfreuen sich nach seinen Angaben großer Nachfrage. Das Angebot „Kaffee, Kuchen, Kino“ im Kinocenter Weidenhof ziehe regelmäßig rund 160 Besucher an. Zum monatlichen Seniorenfrühstück kämen etwa 60 Teilnehmer. Als Beispiel für die praktische Arbeit der Seniorenvertretung nannte Ashoff die Einrichtung einer Bushaltestelle am Hausarztzentrum am Lindengraben, die innerhalb von vier Wochen erreicht worden sei. Zudem warb er für die Veranstaltung „Rock am Stock“ am 7. November im Ohler Gasthof Zur Post.
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Katja Gerecht erläuterte anschließend die Arbeit des Gesundheits- und Pflegenetzwerks Plettenberg-Herscheid. Darin arbeiten unter anderem das Krankenhaus, die LWL-Klinik, Seniorenzentren, ambulante Pflegedienste und Apotheken zusammen. „Gesundheit und Pflege vor Ort versuchen wir für Sie zu vereinfachen“, erklärte Gerecht. Im Mittelpunkt stünden die Vernetzung der beteiligten Einrichtungen und die gemeinsame Bearbeitung aktueller Probleme.
Das Netzwerk hat zwei Wegweiser mit Informationen zu Gesundheits- und Pflegeangeboten zusammengestellt, die auch am Informationsstand in der Turnhalle auslagen. Seit zwei Jahren bietet es zudem Informationsreihen zu verschiedenen Pflegethemen an.
Regelmäßiger Sport kann Alterungsprozessen entgegenwirken
Welche positiven Auswirkungen Bewegung auf den Körper hat, erläuterte Dr. Angelika Zeh. Die ehemalige Chefärztin für Allgemein- und Viszeralchirurgie, die inzwischen Mitglied der Seniorenvertretung ist, beschäftigte sich in ihrem Vortrag mit den Veränderungen des Körpers im Alter und den Möglichkeiten, diesen durch sportliche Aktivität entgegenzuwirken.
Dabei ging sie insbesondere auf die positiven Wirkungen des Ausdauersports ein, die durch gezieltes Krafttraining ergänzt werden können. Außerdem erläuterte sie, wie sich das Training an die körperlichen Voraussetzungen älterer Menschen anpassen lässt. Zeh verwies auf die Bewegungsempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und betonte, dass vor allem die Regelmäßigkeit entscheidend sei. Um den inneren Schweinehund zu überwinden, empfahl sie, gemeinsam mit anderen Sport zu treiben.
Sportvereine böten dafür besonders gute Voraussetzungen. Neben der körperlichen Fitness fördere die Gemeinschaft das Zugehörigkeitsgefühl und könne Einsamkeit und sozialer Isolation entgegenwirken. Ihren Vortrag beendete Zeh mit dem augenzwinkernden Motto „Turne statt Urne“.
Auch Erholung gehört zum Training
Sportwissenschaftlerin Noël Schulte widmete sich einem weiteren wichtigen Aspekt: der Regeneration. Wer regelmäßig Sport treibe, müsse dem Körper ausreichend Zeit zur Erholung geben. Dazu gehörten Trainingspausen, Entspannung, ausreichend Schlaf und leichte Bewegung. Auch Wärme, Kälte und eine ausgewogene Ernährung könnten die Regeneration unterstützen. Entscheidend sei, eine Sportart und ein Vereinsangebot zu finden, die zu den individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen passen. Anschließend gelte es, regelmäßig aktiv zu werden.
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Praktische Übungen zum Mitmachen
Nach den Vorträgen konnten die Besucher selbst aktiv werden. Die PTV-Übungsleiter Deborah Riedesel und Peter Opitz bezogen das Publikum in verschiedene Bewegungsübungen ein. Dabei zeigten sie, wie sich bereits mit einfachen Mitteln die körperliche Fitness fördern lässt. Zugleich vermittelten sie einen Einblick in die unterschiedlichen Sportgruppen des Vereins und deren Angebote für ältere Mitglieder.
Bei Kaffee und Kuchen sowie an den Informationsständen nutzten die Besucher anschließend die Gelegenheit, sich über die vorgestellten Angebote zu informieren und mit den Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen.







