Nachdem die AfD-Fraktion bereits im Mai mit ihrem Antrag zur Einführung eines Feierabendmarktes in Halver für Aufmerksamkeit gesorgt hatte, wurde das Thema im Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung nun konkreter. In der Sitzung am Mittwoch, 1. Juli, stand vor allem die Frage im Mittelpunkt, welcher Standort sich für ein solches Veranstaltungsformat eignen könnte.

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Food Trucks sollen Besucher anziehen

Nach dem Vorbild anderer Städte wie Wipperfürth oder Schalksmühle soll der Markt nicht als klassischer Wochenmarkt, sondern vor allem als Ort der Begegnung dienen. Nach den Vorstellungen der AfD-Fraktion soll, wie berichtet, ein Angebot entstehen, das die Halveraner nach Feierabend in die Innenstadt lockt und das Stadtzentrum belebt.

Geplant sind unter anderem Essens- und Bierstände, eine Cocktailbar, Live-Musik sowie Sitzgelegenheiten, die zum Verweilen einladen. Florian Stein von der AfD-Fraktion erklärt, er habe bereits Gespräche mit Vertretern anderer Kommunen geführt. Zudem hätten rund 20 Food-Truck-Betreiber ihre Bereitschaft signalisiert, sich mit einem Stand an einer solchen Veranstaltung in Halver zu beteiligen.

Die Debatte um den Standort

In der politischen Beratung stieß die Idee grundsätzlich auf Zustimmung. Sowohl die Verwaltung als auch die Vertreter der Fraktionen begrüßten das Konzept eines Feierabendmarktes, machten jedoch deutlich, dass zunächst noch organisatorische Fragen zu klären sind. Ein zentraler Diskussionspunkt war dabei insbesondere die Standortfrage, bei der unterschiedliche Auffassungen zwischen der AfD-Fraktion und den übrigen Ausschuss- sowie Verwaltungsmitgliedern deutlich wurden.

Die Stadtverwaltung sprach sich für die bereits bestehende Hoffläche im Wippermann-Areal zwischen Denkhof und Werkhof aus. „Wir haben politisch entschieden, dort etwas zu schaffen. Wir haben gesehen, dass der Platz funktioniert – und es wäre fatal, ihn jetzt nicht zu nutzen", erklärte Bürgermeister Armin Kibbert. Er hob insbesondere die hohe Flexibilität des Standorts hervor. Der Verkehr werde dadurch nicht eingeschränkt, zudem handele es sich um eine weitgehend wetterunabhängige Fläche, die gleichzeitig als lärmarmer und schalldämmender Raum geeignet sei.

Die AfD hingegen sprach sich für einen Standort aus, der nach ihrer Auffassung „weniger eingekesselt" ist. Eine offene Freifläche, etwa im Bereich der Marktfrauen oder am Kulturbahnhof, sei aus Sicht der Fraktion besser geeignet, da dort mehr Platz für Food Trucks zur Verfügung stünden.

Halvers neue Mitte soll ein Ort der Begegnung werden

Die übrigen Mitglieder des Ausschusses waren ebenso wie die Verwaltung der Auffassung, dass das Wippermann-Areal der geeignete Ort sei, um schrittweise eine neue Mitte in der Innenstadt zu entwickeln. „Wir sollten erstmal klein anfangen, aber ich bin der Meinung, wir sollten den Platz mit Leben füllen, um eine neue Mitte in Halver zu schaffen", sagte Benedikt Haake von der UWG. Nicht ungeklärt bleiben sollten aus Sicht von Thomas Volborth (UWG) auch die zahlreichen organisatorischen Fragen. „Ein Feierabendmarkt muss geplant, beworben, durchgeführt und abgerechnet werden."

Erster Beigeordneter und Kämmerer Simon Thienel machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass das Konzept gemeinsam mit Gastronomen, Bürgern sowie dem Stadtmarketingverein entwickelt werden solle. Es gehe nicht darum, Vorgaben „von oben herab" zu machen, sondern den Prozess gemeinsam zu gestalten. Gleichzeitig sei aber auch klar, dass jemand die organisatorische Verantwortung federführend übernehmen müsse.

Umsetzung frühestens ab 2027

Da sich der Stadtmarketingverein derzeit neu aufstellt, in der Verwaltung noch Ressourcen geschaffen werden müssen und die Bevölkerung in die weitere Ausgestaltung einbezogen werden soll, rechnet die Stadt frühestens ab 2027 mit einer Umsetzung des Formats. Zugleich verwies die Verwaltung darauf, dass die Halveraner Innenstadt bereits heute belebt sei und daher kein unmittelbarer Zeitdruck bestehe.

Am Ende folgte auch die AfD-Fraktion der Linie der Verwaltung und der übrigen Ausschussmitglieder: Am Mittwochabend wurde die vorgeschlagene Vorgehensweise einstimmig beschlossen.