Sie wird immer mehr zur Bedrohung der heimischen Bienen: die Asiatische Hornisse. Heimische Imker haben sich nun zusammengeschlossen, um über die Plage und was dagegen unternommen werden kann, aufzuklären. Unterstützt werden sollen sie dabei von den Kommunen Halver und Schalksmühle.
"Ich bin vergangenes Jahr regelrecht von ihr überrannt worden", berichtet Christian Conrad, Imker aus Schalksmühle, eingangs. Die Asiatische Hornisse habe einen erheblichen Teil seiner Völker vernichtet. Allein ist er mit dem Problem nicht - die acht weiteren Imker aus Schalksmühle, Halver, Lüdenscheid, Wipperfürth und Herscheid berichten von ähnlichen Erfahrungen. Am Mittwoch, 11. März, trafen sich die Imker im Café Breddermann, um über das weitere Vorgehen zu beraten.
"Nicht jedes Nest muss zerstört werden"
"Es geht uns nicht darum, die Art auszurotten", betont Christian Conrad. So müsse nicht jedes Nest zwangsweise entfernt werden, manchmal würden auch Schutzbauten oder eine Umsiedelung Abhilfe schaffen. Auf keinen Fall, so ergänzte die Imkerin Janine Klotz, solle man die Hornissen "in Panik mit Gift besprühen". Die Asiatische Hornisse selbst, ergänzt Christian Conrad, sei für Menschen "per se harmlos - aber sie ist absolut bereit, ihr Nest zu verteidigen". Ihre Stiche seien "nicht unbedingt lebensbedrohlich, aber sehr schmerzhaft".
Bei Verdacht: Imker oder Feuerwehr benachrichtigen
Wer also glaubt, ein Nest der Hornissenart entdeckt zu haben, soll nicht selbst tätig werden, sondern Fachleute anrufen - in dem Fall einen Imker aus der Umgebung oder schlicht die Feuerwehr.
Vorrangig, so betont Conrad, gehe es den Imkern um die Aufklärung. "Viele Menschen haben die Problematik gar nicht auf dem Schirm." Dies soll sich nun ändern: Zum Treffen der Imker hat er Flyer der sogenannten "Velutina Army" mitgebracht. Dieser gibt nicht nur eine kurze Übersicht über die Hornissenart, sondern auch über Maßnahmen, die bei einer Sichtung ergriffen werden können. Apropos Sichtung: Eine solche kann direkt über das Portal der Organisation gemeldet werden; das Scannen des aufgedruckten QR-Codes genügt.
"Ich habe erkannt, welches Problem uns da überrennen wird"
Zu Gast war Christian Breddermann, Bürgermeister der Gemeinde Schalksmühle. Der ebenfalls eingeladene Armin Kibbert, Bürgermeister der Stadt Halver, war verhindert, ließ aber ausrichten, dass "er in vollem Umfang hinter dem Projekt und den heimischen Imkern" stehe.
"Ich verstehe, dass hier eine gewisse Handlungsfähigkeit hergestellt werden muss", betont Christian Breddermann. Bereits im vergangenen Dezember habe Christian Conrad ihn angesprochen und ihn über die mit der Hornissenart verbundenen Problematik aufgeklärt.
Ein erster Schritt in die richtige Richtung sei seines Erachtens die Anschaffung einer entsprechenden Schutzausrüstung für die heimischen Imker, um Nester fachgerecht entfernen oder umsiedeln zu können. Da die Haushaltslagen der Kommunen jedoch angespannt seien, kann Breddermann sich am ehesten eine Finanzierung über Spenden oder Fördertöpfe vorstellen. Die Möglichkeit, Sichtungen direkt online bei der "Velutina Army" melden zu können, bezeichnet er als "ein sehr wertvolles Angebot".
"Der Bestand soll reduziert werden"
"Um unsere heimischen Bienen zu schützen, müssen wir den Bestand der Asiatischen Hornisse drastisch reduzieren", betont Christian Conrad. "Deshalb müssen wir jetzt eine bestmögliche Vernetzung zwischen uns Imkern herstellen." Christian Breddermann ergänzt: "Ich halte es für wichtig, die Menschen für das Thema zu sensibilisieren, und bin froh, dass wir das Problem jetzt besprechen und angehen, und nicht erst, wenn es uns um die Ohren fliegt."
Die Asiatische Hornisse
Seit einigen Jahren breitet sich die Hornissenart, auch Vespa Velutina genannt, in den heimischen Gefilden aus. Sie hat hier keine natürlichen Feinde. Die erwachsenen Tiere ernähren sich überwiegend von zuckerhaltiger Nahrung. Ihre Larven werden jedoch mit Proteinen gefüttert – unter anderem Honigbienen, aber auch Wildbienen- und Fliegenarten und Spinnen. So wird sie zunehmend zur Bedrohung.
Unterstützer gesucht
Wer die heimischen Imker bei ihrer Arbeit - und gleichzeitig der Reduzierung des Hornissenbestandes - unterstützen oder sich schlicht informieren möchte, kann sich direkt an Christian Conrad wenden, der anbot, sich organisatorisch verantwortlich zu zeigen. "Ich bin tagsüber meist gut erreichbar", sagte er schmunzelnd.
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