„Auf die Kolleginnen und Kollegen der MVG ist Verlass" – Jutta Hecken-Defeld, Gewerkschaftssekretärin beim ver.di-Bezirk Südwestfalen, freut sich über die erneute rege Teilnahme der Organisierten beim Nahverkehrsunternehmen.

Die Gewerkschaft hatte ihre Mitglieder in der laufenden Tarifauseinandersetzung im kommunalen Nahverkehr erneut zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. 170 Mitarbeiter der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) sind diesem Aufruf gefolgt. Sie legten an den MVG-Betriebshöfen in Iserlohn, Lüdenscheid und Plettenberg die Arbeit nieder. In der Calle in Iserlohn war die Frühschicht um 4 Uhr früh angetreten, es verließ kein Bus die Halle. Gegen 9.25 Uhr löste sich der Warnstreik vor Ort langsam auf.

Im Betriebshof Iserlohn-Calle der Märkischen Verkehrsgesellschaft befolgten rund 60 ver.di-Mitglieder den Streikaufruf ihrer Gewerkschaft. | Foto: Hendrik Klein / LokalDirekt

Arbeitsniederlegungen auch Mittwoch und Donnerstag

Auch in den nächsten Tagen gehen die Arbeitskampfmaßnahmen bei der MVG weiter. Für Mittwoch, 18. März, hat ver.di ihre Mitglieder in den Werkstätten zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Die Streiklokale sind an diesem Tag in der Zeit von 7 bis 11 Uhr in den Betriebshöfen Iserlohn und Lüdenscheid geöffnet. Am Donnerstag, 19. März, sind dann wieder alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Märkischen Verkehrsgesellschaft zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen – LokalDirekt berichtete.

Keine spürbaren Fortschritte

„Wir befinden uns in Nordrhein-Westfalen inzwischen im dritten Monat der Tarifrunde – und trotzdem gibt es noch immer keine spürbaren Fortschritte", erklärte Michael Schnippering, Bezirksgeschäftsführer im ver.di-Bezirk Südwestfalen. „Unsere Beschäftigten arbeiten seit Jahren unter enormen Belastungen. Jetzt braucht es endlich ein konkretes und faires Angebot am Verhandlungstisch." Weiter sagte Schnippering: „Wir rufen genau dort zum Streik auf, wo die Gespräche festgefahren sind – und das ist in NRW eindeutig der Fall." Die Warnstreiks seien ein klares Signal für bessere und einheitliche Arbeitsbedingungen. „Wir streiken nicht aus Prinzip. Sobald sich am Verhandlungstisch etwas bewegt, sind Streiks nicht nötig."

Dritte Verhandlungsrunde am 24. März

Ziel der Tarifrunde sei es, die hohe Belastung und die starke Fluktuation im ÖPNV zu verringern und die Arbeitsplätze attraktiver zu machen. „Wenn das nicht gelingt, ist der ÖPNV in NRW als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge ernsthaft gefährdet", betonte Schnippering. Da die Arbeitgeberseite in NRW bislang keine ausreichenden Angebote vorgelegt habe, sei der Druck durch Arbeitsniederlegungen notwendig. Während in einzelnen Bundesländern bereits Einigungen erzielt worden seien, liege auch nach zwei Verhandlungsrunden in NRW kein verhandlungsfähiges Angebot vor. Die Tarifverhandlungen werden am 24. März in dritter Runde fortgesetzt.

Auftragsunternehmen fahren

Stefan Bittrich, Sprecher der MVG, berichtet: „Der Schülerspezialverkehr war nicht betroffen, weil hier vor allem die Auftragsunternehmen fahren. Es gab aus unserer Sicht auch keinerlei besondere Vorkommnisse."