Der Lüdenscheider erzählte der Polizei, dass er sich am Freitag, 30. Juni, an seinem privaten PC anmelden wollte. Das funktionierte aber nicht. Denn es öffnete sich ein Fenster, das ihm eine Telefonnummer anzeigte – ansonsten tat sich am Computer nichts mehr. Der Mann wählte die angezeigte Nummer. Daraufhin meldete sich angeblich Microsoft München bei ihm und versprach „kostenlose“ Hilfe.
Der Haken: Er sollte einem Techniker Zugriff auf seinen Rechner gewähren. Dieser „Techniker“ übernahm auch die Handhabung der Maus. Als er einen Sparkassen-Button auf dem Desktop entdeckte, ließ er sich von dem 63-Jährigen die Online-Banking-Daten geben – angeblich, um diese auf „Trojaner“ zu prüfen.
Um die Trojaner zu beseitigen, brauche er Push-TANs. Der Lüdenscheider gab ihm eine Reihe dieser TANs am Telefon durch. Das Gespräch dauerte Stunden. Anschließend wurde der Lüdenscheider angewiesen, seinen Computer über Nacht angeschaltet zu lassen.
Erst später realisierte der 63-Jährige den Betrug. In der Zwischenzeit hatten die Betrüger allerdings keine Trojaner beseitigt, sondern das Bankguthaben des Lüdenscheiders geplündert.
Die Polizei warnt immer wieder vor den falschen Microsoft-Technikern. In den meisten Fällen meldeten die sich telefonisch bei willkürlich ausgesuchten Opfern und versuchten diese zu bewegen, ihnen Zugriff zu ihrem Computer zu gewähren. Auch ein indischer Akzent der Englisch sprechenden Anrufer sei typisch.
Doch Betrugsmaschen und Methoden werden permanent weiterentwickelt. Deshalb warnt die Polizei dringend davor, Unbekannten Zugang zum Computer zu gewähren oder irgendwelche privaten Daten wie Passwörter preiszuzugeben. Computer-Techniker brauchen auch keine Online-Banking-Zugangsdaten, um Viren zu finden oder Schäden am Computer zu reparieren.
Bei ungewöhnlichen Aktivitäten auf ihrem Computer sollten Nutzer vorsichtshalber einen sachkundigen Bekannten fragen oder sich von einem örtlichen Händler beraten lassen. Besteht der Verdacht, dass ein unbefugter Zugriff läuft, sollte der Rechner sofort vom Daten- und Stromnetz getrennt werden. Das tat auch der Lüdenscheider letztlich und änderte seine Passwörter. Am Samstag erstattete er Anzeige bei der Polizei.








