Wie kann die Knapper Straße besser erreichbar und zugleich attraktiver werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich derzeit die Stadt Lüdenscheid gemeinsam mit weiteren Akteuren. Ziel ist es, ein Konzept zur Verkehrsberuhigung und gleichzeitig zur Weiterentwicklung der zentralen Wohn- und Geschäftsstraße zu erstellen.
Noch keine Entscheidung, aber schon viele Diskussionen
„Das Vorhaben wird in der Öffentlichkeit bereits intensiv diskutiert - obwohl konkrete Beschlüsse noch ausstehen“, betont die Lüdenscheider Stadtverwaltung und weist darauf hin, dass es sich hierbei um einen komplexen und längerfristigen Prozess handelt, an dessen Ende die politischen Gremien entscheiden. Eine Befürchtung könne jedoch schon jetzt entkräftet werden: „Der motorisierte Verkehr soll nicht vollständig aus der Knapper Straße verbannt werden“, heißt es seitens der Verwaltung.
Mehr Qualität statt mehr Verkehr
Im Mittelpunkt der Überlegungen stehen vielmehr verschiedene Optionen, etwa eine Reduzierung des Durchgangsverkehrs oder zusätzliche Flächen für Außengastronomie. Auch Ladezonen, Parkmöglichkeiten sowie die Erreichbarkeit mit Bus, Fahrrad und Auto gehören zu den Themen. Ziel ist es, die Straße für alle Nutzergruppen funktionsfähig zu halten.
Dabei werden auch die Sorgen von Geschäftsleuten und Gastronomen aufgegriffen. Die Angst vor Kundenverlusten sei nachvollziehbar, heißt es aus der Stadtverwaltung. Gleichzeitig verweist sie auf Erkenntnisse aus Studien: „Nicht der Verkehr, sondern eine verbesserte Aufenthaltsqualität macht eine Einkaufsstraße attraktiv und lockt mehr Kunden an.“
Viele Akteure am Tisch
Um unterschiedliche Interessen einzubinden, sollen zahlreiche Akteure beteiligt werden. Dazu zählen unter anderem der Einzelhändler- und Gastronomenverein „Wir für Lüdenscheid“, der Wirtschaftskreis Lüdenscheid (WKL), das Zukunftsnetz Mobilität NRW, der ADFC-Ortsverband sowie weitere Interessenvertretungen. Auch das Lüdenscheider Stadtmarketing und verschiedene städtische Fachdienste — etwa aus den Bereichen Städtebau, Demografie, Innenstadtmanagement und Klimaschutz — wirken mit.
Analyse vor Konzept
Derzeit befindet sich das Projekt noch in der ersten Phase. Diese umfasst Bestandsaufnahmen sowie detaillierte Analysen des Individualverkehrs und des öffentlichen Nahverkehrs. Datenerhebungen und Auswertungen bilden dabei die Grundlage. Parallel fließen städtebauliche und umweltbezogene Aspekte in die Überlegungen ein, denn die Knapper Straße werde, so die Verwaltung, nicht "nur als Verkehrsraum, sondern auch als städtischer Lebensraum betrachtet".
Schritt für Schritt zum Verkehrsversuch
Für dieses Jahr plant die Stadt vier Arbeitsschritte: Zunächst soll ein Zielszenario zur Verkehrsberuhigung entworfen werden, über das die Politik entscheidet. Anschließend folgt die Abstimmung aller Beteiligten, die Ausarbeitung des Verkehrsversuchs sowie eine Visualisierung der Ideen.
Auf dieser Basis soll schließlich ein mehrwöchiger Verkehrsversuch stattfinden, der umfassend ausgewertet wird. „Die Stadtverwaltung testet gemeinsam mit allen Akteuren, wie die Knapper Straße künftig aussehen und attraktiver werden kann“, heißt es aus dem Rathaus.
Teil des Mobilitätskonzepts
Die Verkehrsberuhigung der Knapper Straße ist eines von fünf Leitprojekten des Mobilitätskonzepts für Lüdenscheid, das im Sommer 2025 beschlossen wurde. Weitere Schwerpunkte sind eine Nord-Süd-Radverbindung, das Parkraumkonzept „Außen stehen, innen gehen“, ein digitales Parkleitsystem sowie Maßnahmen zum Schülerverkehr.











