Der Bevölkerungsschutz im Ennepe-Ruhr-Kreis hat erstmals einen umfassenden Jahresbericht vorgelegt — und zeichnet darin ein Bild von einer Organisation, die täglich im Hintergrund Höchstleistungen erbringt. Das Spektrum reicht von Notrufen über Rettungseinsätze bis hin zur Vorbereitung auf Krisen.
Tausende Einsätze — Leitstelle als „Herzkammer“
Die zentrale „Herzkammer“ für alle Einsätze ist die Leitstelle im Kreishaus in Schwelm. Dort gingen im Jahr 2025 rund 187.000 Anrufe ein. Daraus resultierten fast 82.000 Einsätze in Städten wie Breckerfeld, Ennepetal, Gevelsberg, Hattingen, Herdecke, Sprockhövel, Wetter/Ruhr und Witten.
Landrat Jan-Christoph Schaberick betonte bei der Vorstellung des Jahresberichts die enge Verzahnung der einzelnen Bereiche: „Er zeigt, wie eng Leitstelle, Rettungsdienst, Katastrophenschutz und vorbeugender Brandschutz ineinandergreifen.“ Gleichzeitig werde deutlich, „wie eng Kreis und Städte im Interesse der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zusammenarbeiten.“
Mehr Rettungswagen, schnellere Hilfe
Ein Schwerpunkt lag 2025 auf dem Ausbau der Notfallversorgung. Mit neun zusätzlichen Rettungswagen, zwei neuen Standorten und sogenannten Einsatzkernbereichen mit einer Hilfsfrist von acht Minuten sei die Versorgung deutlich verbessert worden.
Auch technisch wurde aufgerüstet: Mehr als 25 neue Fahrzeuge für Rettungsdienste und Notärzte im Ennepe-Ruhr-Kreis sowie der Start des Telenotarztes stärken das System zusätzlich.
Finanzielle Unsicherheit macht Sorgen
Neben positiven Entwicklungen benennt der Bericht aber auch Herausforderungen — insbesondre den „Schatten, den das Verhalten der Krankenkassen seit Herbst 2025 auf dieses System wirft“, wie die Kreisverwaltung betont. Denn von den Kassen einseitig festgesetzte Festbeträge könnten es nötig machen, dass der Ennepe-Ruhr-Kreis bereits in Kürze Gebührenbescheide an Bürger verschicken muss, die den Rettungsdienst in Anspruch genommen haben. Ein Szenario, das die Kreisverwaltung verhindern will und dafür seit Monaten mit Nachdruck kämpft.
Katastrophenschutz und neue Risiken im Blick
Im Katastrophenschutz standen vor allem Übungen und die Weiterentwicklung von Konzepten im Fokus. „Schwerpunkte lagen auf dem Weiterentwickeln von Konzepten, dem Modernisieren von Ausstattung und dem Üben der Zusammenarbeit aller Beteiligten“, erklärt Martin Weber, Abteilungsleiter Bevölkerungsschutz der Kreisverwaltung und Kreisbrandmeister in Personalunion. Als einige Beispiele von vielen nennt er die Übungen der Technischen Einsatzleitung und der Energieeinheit, die Finanzierung der Notfallseelsorge sowie Einsätze der Mitglieder der Krad-Staffel und der Drohneneinheit.
Zunehmend wichtig werde auch das Thema zivile Verteidigung — also der Schutz der Bevölkerung in möglichen Krisen- und Kriegsszenarien. Hierzu tauschten sich Vertreter des Kreises und der Städte im vergangenen Jahr regelmäßig aus.
Blick nach vorn: Gefahrenabwehrzentrum geplant
Der Jahresbericht gewährt zudem einen Ausblick gewährt auf das, was das Gefahrenabwehrzentrum in Ennepetal ab 2027 für den Schutz der Bevölkerung im Ennepe-Ruhr-Kreis bieten und liefern soll.
Wie viele andere Berichte und Veröffentlichungen findet sich der Jahresbericht zum Bevölkerungsschutz im Bereich „Berichte und Broschüren“ im Bereich Verwaltung/Veröffentlichungen auf der Internetseite der Kreisverwaltung.












