19 Jugendliche haben beim Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM) Lüdenscheid innerhalb von zwei Wochen ein Baumhaus gebaut. Zwischen Kletterseilen, Balken und Brettern ging es dabei nicht nur ums Handwerk: Die Teilnehmer sollten erleben, was sie selbst leisten können. Zum Abschluss stellten die Jugendlichen das Projekt am Freitag, 31. Juli, allen Eltern und Interessierten vor.
„Für mich macht es schon einfach aus, die Jugendlichen hier zu begleiten und dabei zu unterstützen, ihnen zu zeigen, dass sie was drauf haben“, erklärt Maximilian Rüßle, Jugendreferent beim CVJM Lüdenscheid und einziger hauptamtlicher Mitarbeiter des Projekts.
Vom ersten Balken bis zum fertigen Baumhaus
In der ersten Woche stand das Baumhaus im Mittelpunkt. Fast den gesamten Tag arbeiteten die Jugendlichen an der Konstruktion. Morgens und nachmittags sie, am Abend blieb Zeit für Gemeinschaft, Austausch und biblische Geschichten.
Der Aufbau war dabei keineswegs ein einfaches Ferienprojekt. Zunächst erkletterten die Jugendlichen die Bäume und brachten Sicherungen an, um Personen und Material nach oben zu bringen. Anschließend montierten die Jugendlichen die ersten großen Trägerbalken. Das Baumhaus erreichte dabei Plattformen in etwa zweieinhalb bis drei Metern Höhe sowie einen oberen Bereich von fünf bis sechs Metern.
Besonderen Wert legten die Verantwortlichen auf den Schutz der Bäume. „Wir haben keinen einzigen Nagel in einen lebenden Baum reingeschlagen“, erklärt Rüßle. Stattdessen befestigen die Teilnehmer die Konstruktion mit Holz und Seilen. Während der Bauarbeiten waren die Jugendlichen mit Kletter- und Sicherungstechniken geschützt.
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19 Jugendliche und 20 Mitarbeiter
Für die Sicherheit sorgte ein ungewöhnlich hoher Betreuungsschlüssel. Neben Rüßle waren 19 weitere Mitarbeiter im Einsatz, davon vier Personen, die sich um die Küche kümmerten. Viele der ehrenamtlichen Mitarbeiter brachten berufliche Fachkenntnisse mit – unter anderem waren Statiker, ein Bauingenieur und ein Schreiner beteiligt. „Wir brauchen einen hohen Betreuungsschlüssel, weil wir auf dem Baumhaus auch mit vielen Sicherheitssachen zu tun haben“, erklärte Rüßle. Zudem nahm der anwesende Statiker die einzelnen Knoten und Konstruktionen ab.
Eine Woche Baumhaus, eine Woche Camp
Nach der intensiven Bauphase wurde das Programm abwechslungsreicher. In der zweiten Woche standen unter anderem Baden, Geländespiele und gemeinsame Spiele auf dem Programm. Auch auf dem Baumhaus selbst konnten die Jugendlichen übernachten. Rund 60 bis 70 Prozent der Teilnehmer nutzten diese Möglichkeit.
Eine Besonderheit des Camps: Handys blieben zu Hause. Gerade das ist für Maximilian Rüßle ein wichtiger Teil des Konzepts. Nach Angaben von Rüßle hätten die Jugendlichen genügend andere Beschäftigung gehabt und auf Nachfrage hätten die meisten angegeben, ihre Handys nicht vermisst zu haben.
Im Mittelpunkt stand stattdessen die Gemeinschaft. „Ganz viel Gemeinschaft, ganz viel Austausch während der zwei Wochen“, so der Jugendreferent über das Camp.
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"Nach dem Baumhaus ist vor dem Baumhaus"
So dauerhaft, wie die Erfahrungen der Jugendlichen sein sollen, ist das Baumhaus selbst allerdings nicht. Nach dem Camp bauen die Verantwortlichen die Konstruktion wieder ab, und die Planung für das nächste Jahr startet. Das sei zwar schade, räumt Rüßle ein, doch das Material soll möglichst vollständig wiederverwendet werden. Das Team entnagelt Bretter und lagert sie ein, damit sie bei einem zukünftigen Projekt erneut zum Einsatz kommen können.
Damit endet das Projekt zwar mit dem Abbau des Baumhauses – die eigentliche Idee dahinter aber bleibt: Jugendliche sollen gemeinsam etwas schaffen, Verantwortung übernehmen und am Ende mit dem Gefühl nach Hause gehen, dass sie mehr können, als sie vielleicht zu Beginn gedacht haben.







