Während die AfD Volmetal ihren Infostand, mit dem sie am Samstag, 1. August, von 10 bis 14 Uhr am Kulturbahnhof in Halver vertreten war, als vollen Erfolg feiert, sorgt eine Aussage auf einem AfD-Plakat für deutlichen Widerspruch der UWG. Die Fraktion wirft der Partei vor, mit falschen Behauptungen gegen den eigenen Stadtrat punkten zu wollen.

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AfD zieht nach Infostand positive Bilanz

Der AfD-Gebietsverband Volmetal zeigt sich mit der Resonanz auf ihren Infostand rundum zufrieden. Mitglieder aus dem gesamten Märkischen Kreis sowie ein Gast aus dem Oberbergischen Kreis hätten die Aktion unterstützt: „Vertreten waren zwei Mitglieder aus Halver, jeweils ein Mitglied aus Meinerzhagen, Hemer und Menden sowie eine engagierte Unterstützerin aus Wipperfürth“, so die AfD Volmetal am Tag nach der Veranstaltung.

Die Partei berichtet außerdem von zahlreichen Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern zum eigenen Programm, zur politischen Lage und zu möglichen Alternativen: „Das Interesse war groß, und viele Besucher nutzten die Gelegenheit, ihre Fragen direkt mit den anwesenden Mitgliedern zu besprechen.“ Auch aus vorbeifahrenden Autos hätten die AfD-Mitglieder nach eigenen Angaben positive Signale erhalten: „Mehrere Autofahrer signalisierten ihre Zustimmung mit einem erhobenen Daumen“, schreibt der Gebietsverband auf seiner Facebook-Seite.

UWG stört sich an Plakat-Botschaft

Die UWG-Fraktion im Rat der Stadt Halver reagierte am Montag, 3. August, mit einer scharfen Kritik auf den Infostand — konkret auf ein dort gezeigtes Plakat mit der Aufschrift „Fachkräftemangel? Im Stadtrat!“.

Die AfD Volmetal präsentierte sich am 1. August mit einer nach Ansicht der Halveraner UWG-Fraktion despektierlichen Botschaft auf ihrem Wahlplakat.
Foto: AfD Volmetal

Die Fraktion sieht darin die Unterstellung, im Halveraner Stadtrat fehle es an Fachkompetenz. Wörtlich heißt es in der schriftlichen Erklärung: „Das ist nicht nur ziemlich überheblich, sondern vor allem sachlich falsch: im Rat der Stadt Halver engagieren sich Handwerker, Altenpfleger, Architekten, Lehrer, Polizisten, Elektrotechniker, Werkzeugmechaniker, Geschäftsführer, Betriebswirte, Bauingenieure, Psychologen, Kaufleute und viele weitere Fachleute. Menschen also, die ihre berufliche Expertise ehrenamtlich in die Kommunalpolitik einbringen. Sie beraten, entscheiden, hinterfragen, entwickeln Ideen und übernehmen Verantwortung.“ Genau das mache Fachkräfte aus.

Vorwurf mangelnder Präsenz

Die UWG verweist zudem auf das Abstimmungsverhalten der AfD-Fraktion im Stadtrat: „Die AfD-Fraktion im Rat der Stadt Halver war bislang bei keiner Ratssitzung vollständig anwesend.“ Auch in Ausschüssen falle sie eher „durch Abwesenheit und auffallende Zurückhaltung als durch fachliche Beiträge auf.“

Weiter heißt es in der Stellungnahme: „Wer mit dem Slogan ‚Fachkräftemangel im Stadtrat‘ wirbt, sollte zunächst einmal zeigen, dass er selbst regelmäßig erscheint, vorbereitet ist und sich konstruktiv einbringt. Fachkompetenz misst sich nicht an Wahlplakaten. Sie zeigt sich in Präsenz, Engagement, Sacharbeit und Verantwortung.“

Verweis auf ehrenamtliches Engagement

Abschließend betont die UWG: „Halver hat keinen Fachkräftemangel im Stadtrat.“ Die Stadt habe viele engagierte Ratsmitglieder und sachkundige Bürgerinnen und Bürger aus CDU, SPD, Bündnis 90/DieGrünen und UWG, die ihre berufliche Erfahrung seit Jahren ehrenamtlich für Halver einsetzen würden. „Deshalb gilt: Wer anderen einen Fachkräftemangel vorwirft, sollte zunächst den Nachweis antreten, dass die eigene Fachkompetenz im Rat überhaupt regelmäßig anwesend ist“, so die UWG-Fraktion.

Die von der Fraktionsvorsitzenden Dr. Sabine Wallmann (Diplom-Kauffrau und Geschäftsführerin), dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Kristian Hamm (evangelischer Diakon und Geschäftsführer) sowie den Ratsmitgliedern Bastian Droß (Architekt), Simona Haake (Bauingenieurin), Benedikt Haake (Malermeister und Betriebswirt) sowie Marius Theiß (Wirtschaftsmathematiker) unterzeichnete Stellungnahme zum AfD-Infostand schließt mit der Aussage: “Wer AfD wählt, wählt nicht automatisch mehr Fachkompetenz. Zumindest in Halver spricht die gelebte Ratsarbeit eine andere Sprache.“