Nachdem am Samstag, 27. Juni, ein sieben Tage alter Säugling durch eine mittlerweile festgenommene Tatverdächtige aus dem Klinikum Lüdenscheid entführt worden war, hat sich die Klinikleitung am späten Montagnachmittag, 29. Juni, in einer zweiten Stellungnahme zum bestehenden Sicherheitskonzept sowie zu den unmittelbar nach dem Vorfall eingeleiteten Maßnahmen geäußert.

Darin betont das Klinikum: "Für die Neugeborenen-Station besteht ein Sicherheitskonzept, das den Zutritt auf einen kontrollierten Personenkreis beschränkt." Der Zugang erfolge über eine elektronisch gesicherte Eingangstür mit Zahlencode. "Besucher melden sich über eine Gegensprechanlage an und erhalten erst nach einer Plausibilitätsprüfung Zutritt." Darüber hinaus seien alle Mitarbeitenden verpflichtet, ihre Dienstausweise während des Dienstes gut sichtbar an der Berufskleidung zu tragen.

"Nach Bekanntwerden des Kindesentzuges wurde ergänzend festgelegt, dass Besucher nach ihrer Anmeldung nicht mehr per elektronischem Türöffnung eingelassen, sondern grundsätzlich persönlich an der Eingangstür abgeholt und bis zum Patientenzimmer begleitet werden", heißt es in der Stellungnahme. Darüber hinaus würden auch zusätzliche ergänzende Maßnahmen geprüft: "Darunter die Möglichkeit der Installation einer Videoüberwachung im Eingangsbereich der Station."

Aus Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen könne sich das Klinikum zum konkreten Tatablauf nicht äußern. Die Kommunikation hierzu erfolge durch die Staatsanwaltschaft Hagen.

Diese hat am Montag, 29. Juni, einen Antrag auf einstweilige Unterbringung der 18-jährigen Tatverdächtigen gestellt, dem das zuständige Amtsgericht Hagen entsprochen hat. Nach Angaben der Polizei Märkischer Kreis werde die dringend Tatverdächtige nunmehr in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht.

LokalDirekt-Bericht zum Fall des Kindesentzugs, der sich am Samstagabend, 27. Juni, am Klinikum Lüdenscheid ereignete:

Kindesentführung: Polizei nimmt 18-jährige Tatverdächtige fest - Klinikum Lüdenscheid nimmt Stellung