Die Zukunft der Südwestfalen Agentur war am Dienstag, 30. Juni, das zentrale Thema in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Struktur und Verkehr. Nach dem Vortrag des Geschäftsführers Hubertus Winterberg und einer von der FDP angeregten Beschluss-Ergänzung warben alle Ausschuss-Mitglieder für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit.
Fördermittel werden weniger
Einen Tag vor dem Südwestfalen-Festival im Hemeraner Sauerlandpark leitete Hubertus Winterberg seinen Vortrag mit einer provokanten Frage ein: „Brauchen wir das noch, oder kann das weg?“ Wenig überraschend seine Antwort: „Ja, wir brauchen das noch.“ Die Begründung lieferte Winterberg gleich mit: „Die Fördermittel werden weniger. Die gibt es künftig nur noch,wenn es eine regionale Struktur gibt.“ 150 Millionen Euro Zuschüsse seien in den vergangenen Jahren aufgrund der 'Regionale' in die Region geflossen. „Aber die 'Regionale' wird es nicht mehr geben“, so Winterberg.
Mitarbeiterzahl wird halbiert
Der Agentur-Geschäftsführer untermauerte die positive Bilanz der beiden vorangegangenen 'Regionalen' 2010 und 2025 mit den erfolgreichumgesetzten Projekten — unter anderem die „Phänomenta“ in Lüdenscheid und „Oben an der Volme“. Auch der Verein „Wirtschaft für Südwestfalen“ sei mit inzwischen 458 Unternehmen eine Erfolgsstory. „Wir müssen der Region weiterhin ermöglichen, Fördertöpfe zu erreichen“, so Hubertus Winterberg. Dafür steht dem Geschäftsführer künftig weniger Personal zur Verfügung: DieAnzahl der Mitarbeiter sinkt im kommenden Jahr von aktuell 31 auf 15.
Ergänzung zur GWS
Das sah auch SPD-Fraktionsvorsitzender Fabian Ferber so: „Es wird viel erzählt über die Agentur. Sie hat über Jahre bewiesen, dass sie gute Arbeit gemacht hat. Sie hat noch viel Potenzial und ist eine Ergänzung zu unserer Gesellschaft zur Wirtschafts- und Strukturförderung. Es war gut, aber es geht noch besser.“
Kai Krause (FDP) fordert Kennzahlen
Ein wenig Wasser in den Wein schüttete Kai Krause von der FDP. Auch die Liberalen seien grundsätzlich für eine weitere Zusammenarbeit mit der Agentur. „Ich möchte aber schon wissen, was soll bis 2028 erreicht werden. Wir sind dem Steuerzahler verpflichtet, zu sagen, wofür das Geld ausgegeben wird“, so Krause.
Bei so vielen an den jeweiligen Projekten beteiligten Akteuren sei das schwierig, antwortete Hubertus Winterberg. Der FDP-Vorstoß wurde schließlich als Ergänzung in den Beschlussvorschlag der Verwaltung eingearbeitet. In der nächsten Ausschuss-Sitzung will der Agentur-Geschäftsführer einige Kennzahlen vorlegen.
Was beschlossen wurde:
- Dem Konzept „Südwestfalen Agentur GmbH 2027+“ zur Fortführung der Südwestfalen Agentur GmbH über das Jahr 2026 hinaus wird zugestimmt.
- Der Märkische Kreis stellt der Südwestfalen Agentur GmbH für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben für die Jahre 2027 und 2028 jährlich 200.000 Euro zur Verfügung.
- Die Verwaltung wird beauftragt, für die Beratungen zum Haushalt 2029 bei der Südwestfalen Agentur erforderliche Unterlagen — insbesondere Geschäftsberichte unter Berücksichtigung der Umsetzung des oben angeführten Konzeptes „Südwestfalen Agentur GmbH 2027+“ — zwecks einer Entscheidungsfindung zu einer Fortführung der Südwestfalen Agentur über 2028 hinaus rechtzeitig anzufordern und vorzulegen.
Nach dem einstimmigen Votum im Ausschuss für Struktur- und Wirtschaftsförderung müssen jetzt auch noch der Kreisausschuss und der Kreistag zustimmen.








