In der Schauburg gründete sich nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Ende der nationalsozialistischen Diktatur die SPD in Iserlohn neu. Rund 1.000 Teilnehmer sollen es bei der Versammlung damals gewesen sein. Zur 80-Jahr-Feier kamen jetzt deutlich weniger, der Ort aber war – wenn auch in anderer Ausgestaltung – derselbe.
Und auch der Tenor dürfte trotz anderer Vorzeichen ähnlich gewesen sein. Nach vorne schauen, die Zukunft positiv gestalten – diese Aufforderung zog sich durch alle Redebeiträge.
Der Iserlohner SPD-Vorsitzende Michael Scheffler sieht seine Partei nach der etwas holprigen Zusammenlegung der einzelnen Ortsvereine im April neu und gut aufgestellt: „Wir sind so gemeinsam mit der Fraktion eine stärkere, verlässliche Stimme.“ Er forderte eindringlich dazu auf, klare Kante gegen den Faschismus zu zeigen und sich gegen diejenigen zu stellen, die die Demokratie abschaffen wollen. Die SPD organisiere Demokratie und Beteiligung. Damit bezog er sich auch auf die Wurzeln der Sozialdemokratie: „Wir wissen, wo wir herkommen.“
„Wir gestalten das Iserlohn von morgen.“
Während hoch über ihm auf einem großen Bildschirm an wichtige Daten und bekannte Namen aus der heimischen Parteigeschichte erinnert wurde, blickte auch Scheffler zurück auf das, wofür sich die Sozialdemokratie in Iserlohn starkgemacht hat: unter anderem zwei Gesamtschulen, das Frauenhaus, die Gleichstellungsstelle, die erste Fußgängerzone im Sauerland, den Einstieg in beitragsfreie Kindergärten und den Ausbau der Infrastruktur. „Zukunft bedeutet beste Zukunft für alle“, betonte er und gab sich kämpferisch: „Wir gestalten das Iserlohn von morgen.“
Optimistisch gab sich anschließend auch der prominente Gastredner. Jochen Ott, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion und Spitzenkandidat der NRW-SPD für die Landtagswahl im April 2027, machte zum runden Geburtstag Mut: „Es ist nicht zu Ende, es geht weiter. Die SPD ist nicht dafür da, den Kopf in den Sand zu stecken.“
Früher sei nicht alles besser gewesen, meinte Ott – trotz aktuell unsicherer Zeiten und, auch das räumte er ein, einer Krise in der Bundesregierung. Als allein deutsches Problem mochte er das mit Verweis auf ähnliche Entwicklungen in anderen Ländern allerdings nicht einordnen. Er beklagte die Tendenz, dass jeder nur noch an sich denke und sich, vor allem in den sozialen Medien, in der eigenen Blase bewege.
In Richtung AfD betonte Ott, dass noch nie etwas gut geworden sei, wenn Menschen verfolgt und ausgegrenzt würden. Die SPD müsse dagegenhalten und bei allem fragen: „Nutzt es den Menschen, die arbeiten und gearbeitet haben, die sich um Kinder und Eltern kümmern, die sich ehrenamtlich engagieren?“ Diese Menschen müssten in den Mittelpunkt der Politik gestellt werden. Jeder wisse, dass Strukturen wie die Ungleichheit der Vermögensverhältnisse sich ändern müssten. In Nordrhein-Westfalen bewege sich gar nichts, stimmte der SPD-Spitzenkandidat schon einmal auf den anstehenden Wahlkampf ein.
Auch in diesem wird es wieder auf die Parteimitglieder rund um die SPD-Landtagskandidatin Eva Kitz vor Ort ankommen. Bevor sie den 80. Geburtstag in der Schauburg gemütlich feierten, wurden einige Genossinnen und Genossen für ihre langjährige Mitgliedschaft geehrt: Martin Möller (50 Jahre), Sigrun Rutsch, Monika Walter und Martin Kißler (25 Jahre) sowie Diana Naumann und Helena Plum (10 Jahre).









