Fast ein Jahr Vorbereitung, viele Probenstunden und eine enge Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis Kirchenmusik: An der Grundschule in Breckerfeld entsteht derzeit ein besonderes Projekt, bei dem 37 Kinder ein Musical mit Live-Band auf die Bühne bringen. Am 20. und 21. März wird es im Martin-Luther-Haus aufgeführt.
Von der Idee zur AG
„Der Freundeskreis Kirchenmusik hat nach frischen Wegen gesucht“, erzählt Bürgermeister André Dahlhaus, der zugleich auch Vorsitzender des Freundeskreises ist. „Wir haben uns gefragt, wie wir das kirchenmusikalische Angebot in Breckerfeld weiterentwickeln können — und wollten bewusst etwas Neues ausprobieren.“ Den Anstoß, etwas gemeinsam mit der Grundschule auf die Bühne zu bringen, habe der ehemalige Pfarrer der evangelischen Jakobus-Kirchengemeinde, Paul-Gerhard Diehl, gegeben.
An der Grundschule fiel die Idee auf fruchtbaren Boden. Schulleiterin Antje Krebs spricht von einer gelungenen Kooperation: "Die Vorbereitungen laufen bereits seit rund einem Jahr. Wir haben den Stundenplan extra so gestrickt, dass eine Musical-AG hineinpasst“, erklärt Krebs und Dahlhaus ergänzt: „Uns allen war wichtig, dass es kein beliebiges Projekt wird, sondern ein ‚richtiges‘ Musical — mit Live-Musik statt Playback.“
37 Kinder sorgen für eine proppenvolle Bühne
In der Musical-AG proben seit den Sommerferien 2025 jeden Dienstag in der 5. und 6. Unterrichtsstunde 37 Kinder aus den Jahrgängen zwei bis vier. Geleitet wird die Gruppe von den Lehrerinnen Ines Reichart und Anja Eilbrecht. „Es ist eine bunte Mischung aus vielen Klassen — die Bühne im Martin-Luther-Haus wird proppenvoll“, sagt Reichart lachend. Die Vorfreude bei den Kindern sei bereits groß: „Sie sind schon total aufgeregt.“
Einfach ist das Projekt für die jungen Darstellerinnen und Darsteller nicht. „Schauspiel und Gesang auf einer Bühne zu verbinden, ist anspruchsvoll“, erklärt Eilbrecht. „Einige Kinder singen sogar solo — dafür braucht man schon eine Menge Mut.“ Die Hauptrolle sei doppelt besetzt, damit der Druck nicht allein auf einem Kind laste. In der heißen Phase vor der Premiere wird nun erstmals mit Live-Band geprobt: „Bislang lief alles mit Playback — jetzt wird es langsam ernst“, schmunzelt Eilbrecht.
Acht Musiker für den Live-Sound
Die musikalische und technische Leitung liegt in den Händen von Tobias Koch, ehrenamtlich in der katholischen St.-Jacobus-Gemeinde engagiert und Vater eines teilnehmenden Kindes. „Für das Musical hat sich eigens eine ökumenische Projektband mit acht Musikern zusammengefunden“, erklärt Koch, der selbst Lehrer ist. Unterstützung für die Grundschule Breckerfeld komme auch aus seinem eigenen schulischen Umfeld: „Einige meiner Schüler vom Gevelsberger Gymnasium werden sich um die Lichttechnik kümmern und bei der Organisation der Aufführungen helfen.“
Poetische Geschichte über den Wert eines gewöhnlichen Tages
„Der kleine Tag“ basiert auf einer Erzählung von Wolfram Eicke. Zusammen mit Rolf Zuckowski und Hans Niehaus entstand daraus 1999 ein Kindermusical, das seither immer wieder mit großem Erfolg bundesweit aufgeführt wurde und wird.
Inhaltlich steht eine Geschichte im Mittelpunkt, die leise Töne anschlägt und dennoch eine große Botschaft transportiert. Erzählt wird von einem kleinen Tag, der im sogenannten Lichtreich lebt und — wie alle Tage — genau einmal auf die Erde darf. Während andere Tage als „berühmt“ gelten, weil an ihnen große Ereignisse stattfanden, erlebt der kleine Tag scheinbar nur einen schönen, wenn auch gewöhnlichen Alltag. Zunächst enttäuscht, erkennt er am Ende, dass gerade dieser „normale“ Tag besonders war — denn es war ein vollkommen friedlicher Tag, ohne Streit, ohne Krieg.
„Die Geschichte vom kleinen Tag enthält damit eine Botschaft, die für die Kinder nachvollziehbar ist, gerade in der heutigen Zeit“, erklärt Lehrerin Ines Reichart. Es sei eine poetische Geschichte, die — nicht nur Kinder — zum Nachdenken über Zeit, die Einzigartigkeit jedes Einzelnen und Frieden anrege.
Kostenfreie Tickets — Platz jedoch begrenzt
„Pro Aufführung stehen maximal 180 Plätze zur Verfügung“, erklärt André Dahlhaus. Einige der Karten seien für die Angehörigen der jungen Musical-Darsteller reserviert, die restlichen Eintrittskarten sind ab Montag, 2. März, kostenfrei im Rathaus an der Frankfurter Straße 38 erhältlich.
„Für die Schule ist das Projekt ein echter Glücksfall: Alle Beteiligten, einschließlich Organisatoren und Unterstützer, engagieren sich enorm. Und sämtliche Kosten trägt der Freundeskreis Kirchenmusik. Dafür sind wir sehr dankbar“, betont Schulleiterin Antje Krebs. Daher werde nach den Aufführungen am Ausgang um eine freiwillige Spende zur Deckung der Kosten gebeten.
Die öffentlichen Aufführungen finden am Freitag, 20. März, und Samstag, 21. März, jeweils um 17 Uhr im Martin-Luther-Haus, Martin-Luther-Weg 3, statt. Einige Tage zuvor gibt es eine schulinterne Vorstellung. Das Musical dauert rund eine Stunde und ist für Kinder ab acht Jahren geeignet.









