Im Märkischen Kreis ereigneten sich im vergangenen Jahr 14.343 Verkehrsunfälle. Das waren 26 mehr als noch ein Jahr zuvor. Sieben Verkehrsteilnehmer wurden getötet, 1137 verletzt, 192 von ihnen schwer. Das teilte die Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis in ihrer Unfallstatistik des Jahres 2025 mit. Polizeioberrat Guido Bloch, Leiter der Direktion Verkehr, ging bei der Vorstellung der Zahlen in der Lüdenscheider Polizeiwache ins Detail. Mit am Tisch: Landrat Ralf Schwarzkopf. Es war seine Premiere als Leiter der Kreispolizeibehörde bei der Präsentation der Unfallstatistik.
Alle 37 Minuten ein Unfall
2025 ging die Zahl der bei Verkehrsunfällen Getöteten um vier auf sieben zurück. 192 Personen wurden schwer verletzt (minus 15,04 Prozent), 945 erlitten leichtere Verletzungen (plus 6,40 Prozent), 362 Mal notierten die Gesetzeshüter schwerwiegende Unfälle mit Sachschaden, 12.749 (minus 0,04 Prozent) sonstige Sachschadensunfälle. Bei 88 Unfällen (minus 3,30 Prozent) waren Alkohol oder Drogen im Spiel.
Guido Bloch hatte weitere interessante Details zu vermelden: „Alle 37 Minuten wurde ein Unfall aufgenommen, alle drei Stunden flüchtet jemand vom Unfallort, alle sechs Stunden ereignet sich ein Unfall mit mindestens einem Leichtverletzten, alle 40 Stunden verunglückte ein Rad- oder Pedelec-Fahrer, alle 60 Stunden traf es einen Fußgänger, alle 90 Stunden einen Kradfahrer, alle 1,8 Tage geschah ein Unfall mit mindestens einem Schwerverletzten und alle 52 Tage wurde ein Mensch im Straßenverkehr getötet.“
142 Kinder verletzt
142 Kinder wurden im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen verletzt. Bloch: „16 davon schwer. Ein zehnjähriges Mädchen wurde in Hemer auf dem Weg zur Schule getötet.“ In Balve starb ein 26-jähriger Beifahrer bei einem Unfall außerorts, in Halver verunglückte ein 58 Jahre alter Motorradfahrer bei einem Zusammenstoß mit einem LKW, in Iserlohn kam für einen 44-jährigen Motorradfahrer jede Hilfe zu spät, in Iserlohn-Letmathe bezahlte ein 58-jähriger Fußgänger mit seinem Leben, ein 66 Jahre alter Motorradfahrer starb in Meinerzhagen bei einem Alleinunfall außerorts und in Menden kam für einen 66 Jahre alten Trike-Fahrer jede Hilfe zu spät.
Kreis ist bei Bikern beliebt
Seit zehn Jahren, so der Leiter der Direktion Verkehr, hat die Polizei im Märkischen Kreis ein besonderes Augenmerk auf die Motorradfahrer. „Der Märkische Kreis ist landschaftlich schön und hat zahlreiche kurvenreiche, bei Bikern beliebte Strecken. Es kommen viele Zweiradfahrer an den Wochenenden aus dem Umland hierher“, weiß Guido Bloch. Deshalb werde es auch weiterhin Kontrollen geben. In dem Zusammenhang hatte Landrat Ralf Schwarzkopf für die soeben begonnene Motorrad-Saison eine Bitte an die Autofahrer: „Achten Sie auch auf Motorradfahrer!“
Massiver Zuwachs an Rauschmitteln
Hauptunfallursachen waren auch im vergangenen Jahr wieder Vorfahrtsverstöße, zu hohe Geschwindigkeit, Fehler beim Abbiegen, zu geringer Abstand, Missachtung von roten Ampeln und falsches Verhalten gegenüber Fußgängern. „Wir haben auch einen massiven Zuwachs an Rauschmitteln bei Verkehrsteilnehmern festgestellt“, so Guido Bloch. Insgesamt wurden 1.397 Blutproben genommen.
E-Scooter ein zunehmendes Problem
Besonders im Blick behalten die Gesetzeshüter die „Elektrokleinfahrzeuge“, die E-Scooter. Die Unfälle mit diesen Kraftfahrzeugen, das sind sie nämlich, haben zugenommen. „Deren Anteil an der Gesamtzahl aller Verunglückten beträgt mittlerweile 3,31 Prozent“, erklärt der Polizei-Oberrat. Bei 63 Unfällen (46 ein Jahr zuvor) gab es in 34 Fällen Verletzte. „Seit Beginn der Erfassung im Jahr 2020 hat sich die Zahl der Verunglückten in diesem Bereich um 716,67 Prozent in fünf Kalenderjahren erhöht.“ Betroffen seien vorwiegend Jugendliche mit einem Anteil von 30,61 Prozent.
Vier goldene Regeln
Polizei-Hauptkommissarin Kerstin von Rüden hatte deshalb vier Grundregeln für den Umgang mit E-Scootern: 1. Machen Sie sich mit den für E-Scootern geltenden Regeln vertraut und beachten Sie diese. 2. E-Scooter sind Kraftfahrzeuge und kein Spielzeug. Fahren Sie verantwortungsbewusst und rücksichtsvoll. 3. Unfälle mit E-Scootern bergen ein hohes Verletzungsrisiko, tragen Sie einen Helm! 4. E-Scooter werden von anderen Verkehrsteilnehmern aufgrund der schmalen Silhouette schnell übersehen, machen Sie sich sichtbar!
„Hinter jeder Zahl steht ein Mensch“
„Uns ist es ein wichtiges Anliegen, dass sich Menschen sicher im Verkehr bewegen. Hinter jeder Zahl steht ein Mensch, eine Familie. Deshalb werden wir Kinder, Senioren, Rad- und Motorradfahrer weiter im Fokus behalten. Es wird weiter gezielte Kontrollen geben, aber auch Aufklärungskampagnen und Veranstaltungen zur Unfallprävention“, kündigte Landrat Ralf Schwarzkopf an.









