Die Verbraucherzentrale in Lüdenscheid hat im vergangenen Jahr rund 3500 Anliegen von Bürgern bearbeitet. Das geht aus dem jetzt vorgestellten Jahresbericht 2025 hervor. Besonders häufig suchten Verbraucher Unterstützung bei Problemen rund um Online-Käufe, Verträge und Zahlungsdienste.
Nach Angaben der Beratungsstelle nehmen die Herausforderungen in der digitalen Konsumwelt weiter zu. Immer häufiger würden Verbraucher mit untergeschobenen Verträgen, misslungenen Widerrufen, falschen Lieferungen oder Schwierigkeiten bei der Rückabwicklung von Online-Bestellungen konfrontiert. Auch sogenannte Dokumenten-Dienstleister, Abo-Fallen und unerwünschte Vertragsabschlüsse beim Glasfaserausbau sorgten für Beschwerden.
Verbraucherberaterin Sabine Spielmann verweist darauf, dass viele Anbieter inzwischen nur noch über Chatbots oder Kontaktformulare erreichbar seien. Das erschwere die Durchsetzung von Verbraucherrechten erheblich. Bei rund 1600 Rechtsberatungen und Rechtsvertretungen habe die Verbraucherzentrale Ratsuchende bei der Durchsetzung berechtigter Ansprüche unterstützt.
Käuferschutz und Künstliche Intelligenz als Schwerpunktthemen
Ein Schwerpunktthema war im vergangenen Jahr der vermeintliche Käuferschutz bei Zahlungsdiensten wie PayPal, Klarna oder Amazon Pay. Viele Verbraucher verließen sich auf entsprechende Schutzversprechen und blieben im Streitfall dennoch ohne Erstattung. Die Beratungsstelle informierte deshalb rund um den Weltverbrauchertag über die Unterschiede zwischen freiwilligen Leistungen der Anbieter und gesetzlichen Gewährleistungsrechten.
Auch die zunehmende Nutzung Künstlicher Intelligenz spielt nach Angaben der Verbraucherzentrale in der Beratung eine immer größere Rolle. Falsche rechtliche Einschätzungen durch KI-Anwendungen führten häufig zu unrealistischen Erwartungen bei Ratsuchenden. Gleichzeitig beobachte die Verbraucherzentrale neue Risiken durch KI-generierte Inhalte und unseriöse Online-Angebote.
Beschäftigt haben die Beratungsstelle zudem Forderungen im Zusammenhang mit dem Telekommunikationsanbieter 1N Telecom. Betroffene Verbraucher seien durch Inkassoschreiben verunsichert worden. Die Verbraucherzentrale unterstützte mit rechtlichen Einschätzungen und Musterbriefen. Zudem warnte sie vor einer Betrugsmasche, bei der angebliche Alternativen zu verschreibungspflichtigen Diabetesmedikamenten verkauft wurden.
Energieberatung und Nachhaltigkeit bleiben wichtige Aufgaben
Neben Verbraucherrechten standen auch Energie- und Umweltthemen im Fokus. Mit Vorträgen, Seminaren und Informationsveranstaltungen informierte die Beratungsstelle über Klimaanpassung, Energiesparen, Steckersolargeräte und moderne Heiztechnik. Darüber hinaus bot die Beratungsstelle Aktionen zu fairem Handel, Ressourcenschutz und nachhaltigem Konsum an.
Sabine Spielmann sieht die Verbraucherzentrale angesichts steigender Lebenshaltungskosten und globaler Krisen weiterhin als wichtige Anlaufstelle für Bürger. Gerade Menschen mit geringem Einkommen seien zunehmend auf Unterstützung angewiesen, um finanzielle Nachteile abzuwenden.









