Zu einer Großübung sind die Löschzüge Stadtmitte sowie Vollme/Neuenhaus am Sonntagmorgen, 23. April, angetreten. Mit rund 60 Feuerwehrfrauen- und männern wurde die Bekämpfung von Vegetationsbränden wie Feuer in Wäldern oder auf gerodeten Flächen trainiert.
Unterstützt wurden sie dabei von den Kräften aus Schalksmühle, die mit einem „TLF 4000“ im Pendelverkehr Wasser transportierten. Von der Lüdenscheider Feuerwehr rückte der „Abrollbehälter Wasser“ ins Waldgebiet Arndahl bei Werfelscheid aus. Aussergewöhnliche Unterstützung kam vom Kiersper Unternehmer Ulrich Kuhn, der mit einem eigentlich für Milchtransporte konstruierten Tankwagen ebenfalls Löschwasser zum Übungsarreal brachte.
Vegetationsfeuer erfordern großen Personaleinsatz
Feuerwehren müssen sich speziell im ländlichen Raum mit vielen Wald-, Wiesen- und Ackerflächen auf eine zunehmende Häufigkeit von Bränden in diesem Sektor einstellen. Die Tendenz ist eindeutig, auch wenn es hier von Jahr zu Jahr noch gewisse Schwankungen gibt.

Daraus ergeben sich verschiedenste Anforderungen. Vegetationsfeuer erfordern ab einer gewissen Größe einen Personaleinsatz, der mitunter selbst Einsätze bei heftigen Industriebränden schnell übersteigt.
So waren in Altena bei einem Brand von etwa einem Hektar Waldfläche vor einigen Jahren rund 500 Einsatzkräfte teils für mehrere Tage beschäftigt. Ein großer Waldbrand im nahegelegenen Gummersbach (Oberbergischer Kreis) geriet zu einer Materialschlacht.
Kräftezehrende Löscharbeiten
Für die Feuerwehrfrauen- und Männer sind die Löscharbeiten zumeist kräftezehrend. Oftmals sind Hanglagen und schwer zugänglichen Flächen betroffen. Darauf stellt sich auch die Kiersper Wehr mit ihrer Ausrüstung ein: „Wir haben neue Rucksäcke angeschafft, in denen wir Schläuche, ein C-Rohr und einen Löschwasserverteiler deutlich bequemer auf dem Rücken tragen können“, erklärt Christian Schwanke. Vier Stück davon gehören alleine beim Löschzug 1 nun zur Ausstattung, so der Pressesprecher der Kiersper Feuerwehr.

Die Übung selbst hatte es in sich: Über eine Distanz von rund 500 Metern mussten Schläuche ausgerollt und später auch wieder eingesammelt werden. Aus mehreren Rohren wurde eine gerodete, steile Hangfläche mit Wasser „gelöscht“. Auch von einem Strahlrohr eines Feuerwehrfahrzeugs aus.
Die Anlieferung von Löschwasser auf verschiedensten Wegen war Schwerpunkt der Übung. So wurde einerseits aus einem Löschwasserteich gepumpt, andererseits per Pendelverkehr angeliefert. Und das in beachtlichen Mengen, erklärte Pressesprecher Schwanke: „Wir sind zum Nachtanken ins Industriegebiet gefahren, weil dort das Rohrnetz genug Wasser hergibt“. Eine Entnahme im nahegelegenen Kierspe-Dorf hätte vermutlich dort die Wasserversorgung lahmgelegt.
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„Für den Ernstfall gut gewappnet“
Dass Waldbrände schnell zu Einsätzen größerer Dimension führen, fordert nicht zuletzt auch die Führungskräfte. Der Einsatzleitwagen war mit drei Wehrleuten besetzt. Die gelbe Weste des Einsatzleiters trug bei der Übung Brandoberinspektorin Nadine Dörseln. Unterstützt wurde sie von BOI Torben Standhaft, mit dem sie sich die Führung des Löschzug 1 teilt. Auch für Wehrleiter Mike Budde und seinen Stellvertreter Andreas Pfaffenbach war die rund dreistündige Übung spannend. Beide konnten beruhigt sein, dass ihre Wehr alles tut, um für den Ernstfall gut gewappnet zu sein. Auch wenn das bedeutet, einen frühlingshaften Sonntagvormittag mit echter Knochenarbeit zu verbringen. Ein ebenfalls anwesender Fachberater „Wald und Holz“ war beeindruckt, schließlich machen sich auch Förster große Sorgen um die Wälder.









