Update, 9.30 Uhr: Die Ermittlungen der Polizei förderten eine Vorgeschichte zu diesem Unfall zutage, die nach einer Geburtstagsfeier wohl noch für Katerstimmung bei einigen Beteiligten sorgen wird. Das Unfallfahrzeug, ein älterer Renault Twingo, gehört einem jungen Mann, der gerade volljährig geworden war. Während dieser ausgelassen seinen 18. Geburtstag feierte, schnappte sich einer seiner Gäste die Autoschlüssel und brach in definitiv fahruntüchtigem Zustand zu einer Spritztour auf. Dazu nahm er noch drei Gäste mit.
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Die Probefahrt endete aber recht schnell vor einem Baum, da der 17 Jahre alte Fahrer offenbar nicht mehr in der Lage war, dem Straßenverlauf zu folgen. Die Folge: „Zumindest wirtschaftlicher Totalschaden“, erklärte Polizeipressesprecher Christoph Hüls. Das Auto hatte der Gastgeber zum Geburtstag geschenkt bekommen. Immerhin ist sich die Polizei sicher, dass ihn keine Schuld daran trifft: „Gegen den Unfallverursacher wird auch wegen unbefugter Ingebrauchnahme eines Fahrzeuges ermittlet“, so Hüls. Desweiteren aber auch wegen Fahren ohne Führerscheins und unter Einfluss von Betäubungsmitteln.
Erhebliche Folgen für Unfallverursacher
Der Unfall wird für den Gast erhebliche Folgen haben, nicht zuletzt wegen der Verletzungen seiner Beifahrer. Denn während der Fahrer lediglich leicht verletzt wurde, musste ein Mitfahrer stationär aufgenommen werden und gilt somit als schwerverletzt. Der Dritte im Fahrzeug musste zwar nicht im Krankenhaus bleiben, wird dennoch behandelt werden müssen. Auch bei dem vierten Insassen geht die Polizei aktuell von leichten Verletzungen aus. Hinsichtlich des Entfernens vom Unfallort bestätigt die Polizei die bislang vorliegenden Informationen aus ermittlungstaktischen Gründen nicht.
Erstmeldung 8.15 Uhr: Schwerer Unfall in der Nacht zu Donnerstag, 27. April, in Kierspe: Um 0.48 Uhr wurden Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei in den Ortsteil Eickmannsholt alarmiert. Dort war ein vollbesetzter Pkw gegen einen Baum geprallt. Mindestens zwei Personen wurden dabei verletzt. Für sie ist auch ein Notarzt angefordert worden, doch nach Angaben der Polizei sind beide mit eher leichteren Blessuren vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht worden.

Für die Polizei waren allerdings die beiden Insassen des Fahrzeugs besonders wichtig, die zunächst nicht mehr an der Einsatzstelle anzutreffen waren. Eine mitunter brenzlige Situation: Die Einsatzkräfte müssen befürchten, dass hier jemand schwer verletzt wurde, dringend medizinische Versorgung benötigt und sich in schockigem, verwirrtem Zustand entfernt hat. Häufig steckt allerdings auch Kalkül dahinter und es handelt sich schlicht und ergreifend um Fahrerflucht, weil der Verursacher des Unfalls nicht hätte fahren dürfen.
Polizei sucht nach geflüchteten Insassen
Für den Alleinunfall der sich in Eickmannsholt ereignet hat, deutet sich genau dies an: Die Polizei spricht unter anderem von großen Zweifeln an einer vorliegenden Fahrerlaubnis. Auch war nicht klar, wer überhaupt gefahren war. Vor Ort wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die verschollenen Insassen zu finden. Nach Auskunft der Rettungsleitstelle seien dazu auch Wärmebildkameras zum Einsatz gekommen. Schlussendlich sollen beide Insassen später zur Unfallstelle zurückgekehrt sein.
Für Polizei und Feuerwehr war es eine lange Nacht, weil aufgrund der Begleitumstände eine besonders umfassende Unfallaufnahme nötig war. Die letzten Kräfte der Kiersper Wehr sind erst um kurz nach 6 Uhr wieder eingerückt.









