Die ohnehin angespannte Situation bei der Müllabfuhr in Breckerfeld verschärft sich weiter. Am Montag, 1. Juni, informierte das Ordnungsamt über neue Verzögerungen.
Kettenreaktion durch technischen Defekt
„Am eingesetzten Ersatzfahrzeug ist heute erneut die Hydraulik ausgefallen“, erklärt Annette Petrick vom städtischen Ordnungsamt am Montag, 1. Juni, im Gespräch mit LokalDirekt. Diese Technik hebt die Mülltonnen an, entleert sie und setzt sie wieder ab. Zwar sei es den Mitarbeitern des Entsorgungsunternehmens zunächst noch gelungen, die Tonnen per Hand anzuheben, doch schließlich versagte die komplette Hydraulik, die die entleerten Tonnen wieder zurückführt. Das Fahrzeug musste daraufhin wieder in die Werkstatt.
„Die Verschiebung der Abfuhr ist wie eine Kettenreaktion zu verstehen“, erklärt Petrick. „Wenn an einem Tag nicht alles geschafft wird, verschiebt sich automatisch auch die nächste Tour.“
Kleinere Kapazität bremst Abläufe aus
Zusätzliche Probleme entstehen derzeit durch die geringere Kapazität des Ersatzfahrzeugs. Der Container fällt deutlich kleiner aus als beim ursprünglich eingesetzten Müllwagen. Dadurch müssen die Mitarbeiter häufiger zur Entleerung nach Gevelsberg fahren, was wertvolle Zeit kostet.
Eine reguläre Tagestour lasse sich unter diesen Bedingungen derzeit nicht bewältigen: „Die Mitarbeiter kommen aktuell gar nicht hinterher“, so Petrick. „Sie leisten bereits Überstunden, müssen aber auch gesetzliche Lenkzeiten einhalten.“
Abfuhrplan gerät weiter ins Stocken
Nach Angaben des Entsorgers Lobbe lassen sich die für diese Woche vorgesehenen Leerungen von Bio- und Restmüll voraussichtlich nicht bis Samstag abschließen. Parallel arbeiten die Teams noch immer Rückstände aus den vorherigen Touren ab.
Der erneute Ausfall am Montag hat direkte Folgen: „Die Biomüllabfuhr blieb unvollständig und wird am Dienstag nachgeholt. Dadurch verzögert sich wiederum die nächste geplante Tour“, erklärt das Ordnungsamt.
Hintergrund: Unfall löste Probleme aus
Die aktuelle Situation geht auf einen Verkehrsunfall eines Müllfahrzeugs am 19. Mai auf der L699 in Altenbreckerfeld zurück. Seitdem arbeitet die Müllabfuhr mit einem Ersatzfahrzeug, das sich bereits kurz darauf als störanfällig erwiesen hat — denn nur zwei Tage später brachte ein Werkstattaufenthalt des Ersatzfahrzeugs den Zeitplan weiter durcheinander. Die Hoffnung, die Rückstände nach Pfingsten vollständig aufzuarbeiten, erfüllte sich bislang nicht.
Appell an die Bevölkerung
Das Ordnungsamt zeigt Verständnis für den Unmut in der Bevölkerung, kritisiert jedoch den Umgang mit den Müllarbeitern. „Dass Bürgerinnen und Bürger genervt sind, ist absolut nachvollziehbar“, sagt Petrick. „Aber Beschimpfungen gegenüber den Mitarbeitern sind nicht akzeptabel. Sie tun bereits alles, was unter den gegebenen Umständen möglich ist.“
Die Stadt bittet daher weiterhin um Geduld, bis sich die Lage entspannt und wieder ein regulärer Ablauf gewährleistet werden kann. Haushalte sollen bis dahin ihre Tonnen an der Straße stehen lassen. Die Leerung soll spätestens bis Donnerstag, 11. Juni, erfolgen.










