Vom Stromausfall in der Bundeshauptstadt Berlin waren in der Spitze etwa 45.000 Haushalte betroffen. Auch im Kreisgebiet hat es in der Vergangenheit bereits örtliche Strom- oder Netzausfälle gegeben: zum Beispiel im März 2025 in Hemer, im Dezember in Balve. Wie ist der Märkische Kreis gewappnet? Und wie können sich die Menschen vorbereiten? Ein Überblick.
Der große Stromausfall im Südwesten Berlins hat gezeigt, wie verletzlich kritische Infrastruktur sein und welche Auswirkungen ein länger andauernder Stromausfall auf das tägliche Leben vieler Menschen und Einrichtungen haben kann. Der Märkische Kreis bereitet sich bereits seit vielen Jahren gemeinsam mit den Städten und Gemeinden, mit Stadtwerken und regionalen Netzbetreibern auf solche Szenarien vor, so der Kreis in einer Pressemitteilung. In der Vergangenheit war er auch schon gefordert: In Hemer kam es im März 2025 zu einem Stromausfall, von dem etwa 15.000 Menschen betroffen waren. Grund: ein Defekt in einem Umspannwerk. Eine mehrstündige Festnetz- und Mobilfunknetzstörung betraf im Dezember die Hönnestadt Balve. Auch hier war MK-Kreisbrandmeister Michael Kling vor Ort. Es gab Stabsstrukturen, Lautsprecher-Durchsagen der Feuerwehren und die Krisen-Informations-Ersthilfe-Zentren (KIEZ) an allen Feuerwehrhäusern waren aktiviert. Strom in Hemer und Netz in Balve waren aber nach wenigen Stunden wieder da.
Sollte es bei uns im Märkischen Kreis zu einem großflächigen Stromausfall kommen, würde die Lage fortlaufend bewertet. Abhängig von Ausmaß, Dauer und Auswirkungen könnte der Märkische Kreis eine Großeinsatzlage oder im weiteren Verlauf den Katastrophenfall ausrufen. In diesem Fall übernimmt der Kreis die übergeordnete Koordination aller Maßnahmen. Krisenstab und Einsatzleitung könnten einberufen und das weitere Vorgehen eng mit den betroffenen Kommunen, mit Feuerwehren, Rettungsdienst, Hilfsorganisationen und Polizei zentral vom Brandschutz- und Rettungsdienstzentrum (BRZ) Rosmart gesteuert werden. Im Fokus stünde dann die Priorisierung und Unterstützung kritischer Infrastrukturen wie zum Beispiel Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen oder der Trinkwasserversorgung.
Notstromaggregate und Satellitentelefone
Hierzu wurden in den vergangenen Jahren sowohl beim Märkischen Kreis als auch in den Kommunen große Notstromaggregate beschafft, bzw. befinden sich noch in der Beschaffung. Darüber hinaus sind über den Katastrophenschutz in NRW 25 Energiemodule stationiert, die auch in der Lage sind, Energie für große Objekte einzuspeisen. Das für den Märkischen Kreis vorgesehene Energiemodul ist in Hagen stationiert und war auch beim flächendeckenden Stromausfall in Berlin im Einsatz. Zudem wurden mit den Kommunen einheitliche Satellitentelefone beschafft, um erreichbar zu bleiben und die Kommunikation aufrechterhalten zu können. Der Märkische Kreis hat zudem die Möglichkeit, per Satellit ins Internet zu kommen. Sowohl im BRZ als auch mobil mit dem Einsatzleitwagen. Zuletzt war das in Balve der Fall.
Mehrere Feuerwehren und der Märkische Kreis haben darüber hinaus mobile Tankstellen angeschafft, um die Notstromaggregate vor Ort kontinuierlich mit Treibstoff zu versorgen.
KIEZ: Schnelle und wohnortnahe Hilfe
Ein zentrales Element der Vorsorge ist das gemeinsam mit den Städten und Gemeinden entwickelte Konzept „KIEZ“. KIEZ steht für Krisen-, Informations- und Ersthilfe-Zentrum. Ziel ist es, den Bürgerinnen und Bürgern im Ernstfall schnell und wohnortnah Hilfe anzubieten. Die Standorte dienen als erste Anlaufstellen, insbesondere dann, wenn es aufgrund länger andauernden Stromausfalls oder aus anderen Gründen zum Zusammenbruch der Telekommunikation kommt. Bürgerinnen und Bürger können an den KIEZ-Punkten in der Stufe 1 zum Beispiel einen Notruf absetzen, medizinische Erste-Hilfe-Leistungen anfordern oder allgemeine Informationen zur Lage erhalten.
In Stufe 2 bieten KIEZ-Standorte erweiterte Hilfe- und Betreuungsleistungen an, zum Beispiel Aufwärmmöglichkeiten oder bei Bedarf eine erweiterte Erste-Hilfe-Versorgung. Alle Informationen rund um die KIEZE finden die Menschen auf der MK-Homepage, sämtliche KIEZ-Standorte sind ebenfalls abrufbar.
Schnelle Informationen im Ernstfall
Natürlich ist auch die schnelle Information der Bevölkerung im Ernstfall enorm wichtig. Der Märkische Kreis informiert in Krisenfällen aktuell über die Homepage, über die eigenen Social-Media-Kanäle
über Radio MK sowie über die regionalen Medien. Ergänzend dazu dienen die KIEZ-Standorte als persönliche Informationspunkte vor Ort.
Ein Stromausfall legt nicht nur das öffentliche Leben lahm, auch jeder Privathaushalt ist stark betroffen. Viele ansonsten selbstverständliche Dinge des alltäglichen Lebens wie Internet, Heizung, Tankstellen, Kühlschränke oder Geldautomaten funktionieren meist nicht mehr. Die Menschen können sich aber gut vorbereiten. Der Kreis gibt Tipps:
Vor dem Stromausfall
- Halten Sie einen Vorrat an Kerzen und Taschenlampen (zum Beispiel eine Kurbeltaschenlampe oder auch Solar- und LED-Leuchten) sowie Ersatzleuchtmittel, Batterien, Streichhölzer oder Feuerzeuge oder Kerzen im Haus. Legen Sie am besten alles zusammen an eine Stelle, die Sie auch im Dunkeln gut erreichen können.
- Halten Sie ein batteriebetriebenes Radio bereit. Über den Rundfunk erhalten Sie im Notfall wichtige Informationen.
- Bevorraten Sie Trinkwasser, Lebensmittel und Hygieneartikel. Ohne Strom funktioniert die Wasserversorgung nur eingeschränkt. Auch Supermärkte haben dann geschlossen.
- Halten Sie Camping-/Gaskocher oder einen Grill bereit (inklusive der Brennstoffe).
- Mit warmer Kleidung lässt sich die Heizung eine Zeit lang ersetzen. Wenn Sie einen Kamin oder Ofen haben, legen Sie sich einen Vorrat an Kohle, Briketts oder Holz an.
- Sorgen Sie dafür, dass die Akkus an Computern, Mobiltelefonen usw. geladen sind.
- Denken Sie daran, eine ausreichende Bargeldreserve im Haus zu haben, da bei Stromausfall auch die Geldautomaten nicht mehr funktionieren.
- Denken Sie vor allem auch an Ihre persönliche Notfallvorsorge, zum Beispiel bei chronischen Krankheiten, pflegebedürftigen Angehörigen oder Lebensmittelvorlieben.
Wenn der Strom weg ist
- Auf Hinweise im Radio achten. Ein Kurbel- oder Autoradio funktioniert auch ohne Strom.
- Rufen Sie den Notruf der Polizei (110) oder Feuerwehr (112) nur im Notfall an.
- Kleinere Mahlzeiten können Sie auf einem Campingkocher zubereiten. Nutzen Sie einen Garten- oder Tischgrill, der mit Holzkohle oder Gas betrieben wird. Vorsicht: Nicht in der Wohnung oder im Haus grillen – es besteht Vergiftungs- und Erstickungsgefahr!
- Wenn Sie Kerzen verwenden, besteht erhöhte Brandgefahr. Seien Sie vorsichtig.
- Schalten Sie elektrische Geräte, die vor dem Stromausfall noch in Betrieb waren, aus. Damit helfen Sie, eine Überlastung des Stromnetzes zu verhindern, wenn der Strom wieder fließt, und vermeiden Defekte an den Geräten durch Spannungsspitzen beim Wiedereinschalten.
Nach dem Stromausfall
- Schalten Sie Geräte nur nacheinander wieder ein, um eine Überlastung des Stromnetzes (auch in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung) zu verhindern.
- Überprüfen Sie Lebensmittel in Kühlschrank und Tiefkühltruhe. Angetaute Lebensmittel sollten Sie sofort essen oder ggf. wegwerfen.
- Überprüfen Sie Ihre Vorbereitungen und füllen Sie Ihre Vorräte wieder auf.












