Sonne satt, hohe Temperaturen, kein Regen: Was den einen freut, macht dem anderen Sorgen. Halvers Landwirte schauen seit einigen Wochen eher mit Beklommenheit in den blauen Himmel. Sie warten dringend auf Niederschläge.
Mais braucht Wasser für Körner
Michael Loitz, der einen Milchviehbetrieb hat, baut für das Futter für seine Kühe, wie die meisten Landwirte, selbst an. „Wir sind froh, vom vergangenen Jahr noch Grassilage übrig zu haben“, erzählt er im Gespräch mit LokalDirekt, denn der Mais auf seinen Feldern brauche dringend Wasser. „Jetzt kommt die Zeit, wo der Mais die Fahne schiebt und den Kolben ansetzt. Wenn es jetzt trocken bleibt, kriegt er keine Körner in den Kolben“, befürchtet der Landwirt.
Dabei, so weiß Loitz, würden der ursprünglichen Tropenpflanze selbst kleine Regenmengen reichen. „Solange der Mais die Blätter offen hat, sammelt er die Feuchtigkeit am Blatt und lässt sie dann über den Stängel zur Wurzel laufen. Die 13 Liter Regen, die bei mir in der Nacht von vergangenem Sonntag auf Montag gefallen sind, reichen dem Mais erst mal für ein paar Tage. Das sah morgens schon alles viel grüner aus“, sagt er.
Bewässerung nicht möglich
Der Mais könne die aktuelle Trockenheit von allen Futterpflanzen noch am besten verkraften. Aber die lange Zeit ohne Regen macht dem Landwirt dennoch Sorgen, vor allem, wenn die Temperaturen, wie angekündigt, wieder über 30 Grad steigen. Dann könne es passieren, dass sich die Blätter einrollen und auch über Nacht nicht mehr öffnen, sodass sie nicht einmal mehr Taunässe aufnehmen können. „Dann wird der Mais Schaden nehmen“, befürchtet Michael Loitz.
Etwas gegen die Trockenheit auf den Feldern tun könnten die Landwirte nicht — ein Bewässern der großen Flächen sei nicht möglich. So bleibe ihnen nur, hilflos zuzusehen, wie die Pflanzen keine oder nur sehr kleine Kolben ansetzen.
Getreidebauern wenig betroffen
„Für die Getreidebauern war das bisherige Wetter gut“, erklärt Loitz. „Stroh und Getreide sind trocken reingekommen. Das war für alle ganz entspannt. Aber das Grünland bräuchte mindestens eine Woche bis zehn Tag Dauerregen, um sich zu erholen.“
Durch die Vorräte der Grassilage vom vergangenen Jahr ist die Situation für den Hof von Michael Loitz noch nicht besorgniserregend, vor allem, weil er weiß, dass im Notfall auch Silomais zugekauft werden kann. Seine Tiere werden unter der Wettersituation also nicht leiden müssen.
Trotzdem hofft er, dass es in den nächsten Wochen immer wieder mal wenigstens Schauer gibt: „Bleibt es bis zum 1. September trocken, dann entsteht uns definitiv ein Schaden“, ist er sich sicher. Die Wettervorhersage, die für die kommenden Tage Gewitter ankündigt, lässt ihn vorsichtig auf Regen hoffen.









