Eigentlich war es ein „Etikettenschwindel“: Das kleine Strandbad wurde in diesem Jahr bereits 91 Jahre alt, wie Henning Lüsebrink hinter vorgehaltener Hand verriet. Aber das sei dem Rythmus geschuldet, da der Strandbadverein alle zwei Jahre das Lichterfest feiern würde, so der 2. Vorsitzende.
Im Grunde war das aber auch nebensächlich. Wichtiger war, dass man sich anlässlich des Jubiläums dazu entschlossen hatte, mit der Wipperfürther Cover-Band „Rock-Tronauten“ wieder Livemusik an dem kleinen Freibad anzubieten.
Die Truppe wusste die zahlreichen Gäste mit partytauglicher Livemusik zu begeistern, obgleich sich die meisten Besucher deutlich von der Bühne entfernt aufhielten. Das nahmen die Musiker aber als Kuriosität wahr, zumal das die Stimmung nicht schmälerte. Es tummelte sich hauptsächlich dort, wo es Nachschub an kalten Getränken und Leckerem vom Grill gab. Zwischendurch rückte auch immer mal eine tanzfreudige Truppe in Richtung Bühne, um sich bei Westernhagen-Titeln oder internationalen Tophits auszutoben.
Besonders schön wurde es bei Einbruch der Dunkelheit auf dem vom Verein betriebenen Strandbad: Mit Fackeln, Discobeleuchtung und Lichterketten leuchtete es auf dem ganzen Gelände schön bunt. Bereits tagsüber wurde ein unterhaltsames Programm geboten: Die Kiersper Streetworker hatten ein abwechslungsreiches Kinderprogramm im Gepäck und die Feuerwehr sorgte für ein Wasserspektakel in der Mitte des Beckens.
Der Löschzug 3 der Kiersper Wehr war in die Organisation des Lichterfestes eingebunden, denn mit ihnen veranstaltet der Strandbadverein die beliebte Feier gemeinsam.
Nicht nur die Rönsahler kommen gerne dorthin: Rund 300 Besucher waren es wohl, die bis tief in die laue Sommernacht feierten. Darauf waren die Organisatoren aber vorbereitet: „Der DJ ist bis 3 Uhr gebucht, Essen und Getränke gibt es, bis alles weg ist“, kündigte Henning Lüsebrink an.
Tagsüber gab es bereits einen sportlichen Wettkampf: Fest zum Programm gehört die Austragung des „Rönsahler Ironman“. Wer glaubt, dass diese Challenge nicht ganz ernstgemeint ist, liegt nicht falsch. Jedenfalls gehört zu den drei Disziplinen Schwimmen – allerdings lediglich 33 Meter. Das ist, wie der Vereinsvorstand erläutert, exakt eine Bahnlänge.
Dann muss man einmal um das Becken laufen – eine nicht zu unterschätzende Aufgabe, schließlich müssen dabei Schwimmflossen getragen werden. Radfahren braucht aber niemand, denn stattdessen gilt es, 0,2 Liter Kaltgetränk „auf Ex“ zu trinken. Bier bei den vier Erwachsenen, Fanta für die drei Jugendlichen, die diesmal teilnahmen. Normalerweise sind bei dem lustigen Spektakel mehr Freiwillige am Start, aber ein Regenguss hatte sich in diesem Jahr offenbar negativ auf die Motivation ausgewirkt. Dafür gab es für nahezu jeden Teilnehmer einen Pokal.
Als der Sänger der „Rock-Tronauten“ nach dem Hooters-Hit „500 Miles“ vermutete, dass die meisten Gäste es wohl nicht weiter als 500 Meter bis nach Hause hätten, hatte er wohl ins Schwarze getroffen. Allerdings waren auch Besucher aus Kierspe-Bahnhof zur Jubiläumsfeier angereist.
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