Noch am vergangenen Samstag wollte sich die SPD im Märkischen Kreis nicht endgültig festlegen, ob es einen Landratskandidaten aus eigenen Reihen für die Wahl im September geben wird. Im Rahmen der Vertreterversammlung am 29. März hieß es, man führe diesbezüglich noch Gespräche mit den Ortsvereinen. Am Mittwoch, 2. April, werden die Sozialdemokraten dann aber doch konkret. Wie aus einer Mitteilung des Kreisverbandes hervorgeht, verzichtet die SPD auf einen eigenen Kandidaten. Man wolle für die Zukunft mehr auf ein Miteinander setzen und dem zuletzt „ständigen Gegeneinander zwischen Kreis-Spitze und Kreistag“ entgegenwirken.
Vorsitzender Fabian Ferber nimmt dazu wie folgt Stellung: „Die vertraulichen Gespräche mit anderen Parteien haben gezeigt, dass insbesondere der Wille, eine Alternative zum amtierenden Landrat aufzustellen, die gemeinsamen Gespräche geprägt hat. Die CDU selbst hat die Reißleine gezogen und damit eine neue Situation geschaffen. Die letzten Wahlen, damit seien nicht nur die Bundestagswahlen gemeint, haben den Parteien genug Hausaufgaben zur Nacharbeit mitgegeben. Dazu gehört ein ordentlicher – wenn auch nicht kritikfreier – Umgang untereinander. Den haben die Kreistagsfraktionen in den letzten Jahren praktiziert. Die Kooperation zwischen der CDU-Kreistagsfraktion und der SPD-Kreistagsfraktion hat auch in den vergangenen fünf Jahren aufgrund des hohen Vertrauens untereinander gut funktioniert.“ Damit stärkt die SPD dem CDU-Landratskandidaten Ralf Schwarzkopf ganz offiziell den Rücken.
Eine auf eine persönliche Zuspitzung ausgelegte Kampagne sei nicht angesagt, was einen Verzicht auf eine eigene Landrats-Kandidatur begründet, so Ferber weiter. „Wir werden uns aus diesem Grunde darauf konzentrieren, einen kreisweiten Kommunalwahlkampf anzugehen, der alle Märkerinnen und Märker mitnimmt. Darüber hinaus wollen wir unsere Ortsvereine dabei unterstützen, dass ihre favorisierten Kandidaturen für die Bürgermeister-Ämter gewählt werden.“
In Richtung des noch amtierenden CDU-Landrats Marco Voge schießt Ferber scharf: „In den vergangenen Jahren hat es mehrere Fälle mit Verwerfungen innerhalb der kommunalen Familie gegeben, wo die Spitze der Kreisverwaltung nicht immer eine glückliche Rolle gespielt hat. Die Informationspolitik gegenüber den Kreistagsabgeordneten, das wurde vielfach dokumentiert, ließ zu wünschen übrig. Der Kreistag hat mit großer Mehrheit nicht umsonst sich selbst eine Beteiligung an der Besetzung von Führungskräften im Kreishaus eingeräumt, weil es wenig Vertrauen gab. Wir sind uns sicher: Mit Volker Schmidt, den wir 2020 für das Amt des Landrats vorgeschlagen hatten, wäre diese Entwicklung nicht eingetreten.“