Das Fest hat inzwischen Tradition, auch wenn es diesmal etwas anders ablief, als gewohnt. Wie Hans Ulrich, Gruppenleiter in der Einrichtung, erklärte, hätte man wegen des Wetterberichtes spontan umgeplant. Das liebevoll organisierte Programm wurde beibehalten, fand aber überwiegend in den Innenräumen statt und war dadurch auf rund drei Bereiche verteilt.
Den Besuchern schien das nichts auszumachen, zumal ihnen alles geboten wurde, was ein unterhaltsames Fest ausmacht und sie „mittendrin“ feiern konnten – zwischen den Plätzen, an denen Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben teilhaben. Auch wenn die Tische und Werkbänke, an denen etwa Verpackungs- oder Montagarbeiten durchgeführt werden, am Wochenende verwaist sind. Einen Eindruck konnten die Gäste dennoch gewinnen. Unter denen waren viele Mitarbeiter, die ihren Freunden und Verwandten gerne zeigten, wo sie tätig sind.

Wer wollte, konnte sich von Lager-Mitarbeiter Hagen Marcus durch das Haus führen lassen und erfuhr so Interessantes über das Recycling von Pappe und Altpapier zu Füllmaterialen.
Eigentlich sollte die Arbeit an diesem Tag keine große Rolle spielen, zumal selbst die zahlreichen Betreuungskräfte des „Studjo“ Partylaune versprühten. Das Unterhaltungsprogramm war zumindest abwechslungsreich genug: ein DJ und ein Alleinunterhalter, eine Bauchtanz- sowie einer Line-Dance-Gruppe. Die Damen der Line-Dance-Truppe waren derart motivierend, dass nicht nur die partyerprobten Gäste oder der Leiter der Einrichtung auf die Bühne kamen, sondern auch die Bauchtänzerinnen. Die hätten nach ihrer schwungvollen Darbietung eigentlich eine Pause gebrauchen können, machten aber munter weiter.
Deutlich über das übliche Angebot hinaus gingen die Leckereien. Beliebt war offensichtlich alles, aber besonders eingeschlagen haben die belgische Waffel: „Wir haben schon zwei Töpfe mit Teig verarbeitet“, erzählte eine Betreuerin, die mit ihrer Kollegin wie am Fließband bukt. Veredelt wurde die Waffeln auf Wunsch mit Eis.
Besonders bei den jüngeren Besuchern war eine Fahrt im Feuerwehrwagen sehr beliebt. Dazu beteiligte sich der Innenstadt-Löschzug mit einem „Hilfeleistungs-Löschfahrzeug“ und drehte eine Runde um den Block. Mit blinkendem Blaulicht wieder auf den Hof zu rollen, war für die Gast-Mitfahrer ein besonderes Erlebnis. Dass in diesem Jahr ähnlich viele Menschen ins „Studjo“ kamen, wie bei früheren Sommerfesten, war angesichts des reichhaltigen Progammangebotes mehr als verdient.
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