Seit einem halben Jahr ist die Schwimmhalle in Halver geschlossen – und ein Ende ist nicht in Sicht. Im Gespräch mit Kämmerer Simon Thienel wird deutlich: Hinter den Kulissen arbeitet die Stadt jetzt an langfristigen Lösungen.
„Wir wollen die Schwimmhalle auf nachhaltige Füße stellen“, sagt Thienel. In diesem Zusammenhang laufen aktuell auch Gespräche mit Partnern aus der Region, etwa mit den Bäderbetrieben in Lüdenscheid. Ziel sei eine interkommunale Lösung; auch beim Personal. Fest steht bereits: Eine neue Stelle für die Schwimmaufsicht in Halver wird nicht ausgeschrieben. Schwimmmeisterin Bettina Maciejewski ist seit April in der Kleinschwimmhalle in Breckerfeld im Einsatz. Stattdessen prüft die Verwaltung, wie Kommunen Personal gemeinsam effizient nutzen können, so Thienel.
Arbeiten verzögern sich
Vor Ort laufen seit vergangenem Jahr die Arbeiten – insbesondere an den Duschen. Eine Öffnung war zuletzt grob fürs Frühjahr vorgesehen. Allerdings verzögern unter anderem Feiertage und lange Wochenenden im Mai weiter den Fortschritt, erklärt Thienel. Und selbst bei einer schnellen Fertigstellung blieben formale Hürden: Vor einer Wiedereröffnung muss zum Beispiel der Märkische Kreis umfangreiche Wasserproben nehmen.
Der Kämmerer weiß, dass eine baldige Öffnung allein wegen des Schulschwimmens sowie des Kursangebots der Stadt wichtig sei. Aber auch dem Steuerzahler gegenüber, der die Halle nicht nutze, fühle er sich angesichts der hohen Kosten verpflichtet, die Maßnahme im Fokus zu haben.
Hohe Kosten – Versicherung beteiligt
Die Kosten für die Sanierung - die geplante, umfassende Neuausrichtung inbegriffen - liegen laut Simon Thienel im hohen sechsstelligen Bereich. Versicherungsleistungen decken einen Teil davon; Hintergrund sind die Folgen zweier Brandstiftungen aus dem Jahr 2024.
Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein
Laut Pressesprecher Marcel Dilling übergab die Polizei die Ermittlungen bereits im vergangenen Jahr an die Staatsanwaltschaft Hagen. Da die Ermittler keinen Täter finden konnten, stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren wegen Brandstiftung ein, bestätigte Oberstaatsanwalt und Pressesprecher Michael Burggräf auf Anfrage von LokalDirekt am Montag, 4. Mai.
Hintergrund: Legionellen und Technikproblem
Auslöser der aktuellen Schließung waren im vergangenen November erhöhte Legionellenwerte in den Duschen. Die Ursache: Die rund 15 Jahre alte Kesselanlage muss erneuert werden. Parallel modernisiert die Stadt daher die Duschtechnik grundlegend, um künftig stabile hygienische Bedingungen zu gewährleisten, hieß es damals seitens der Stadt.
Perspektive bleibt offen
Wie der Erste Beigeordnete erklärt, hatte der Rat bereits signalisiert, die Zukunft der Schwimmhalle proaktiv anzugehen – auch im Rahmen der Haushaltskonsolidierung. Ergebnisse seien derzeit noch offen, die Gespräche laut Verwaltung jedoch „fruchtbar“.








