Das Forum am Sternplatz könnte in naher Zukunft wieder ein Schwimmbad beherbergen: Der Bäderbetrieb Lüdenscheid und die Stadt Lüdenscheid haben am Dienstagabend, 14. Juli, im ehemaligen Wellenbad entsprechende Pläne vorgestellt. Die Wiederbelebung des seit etlichen Jahren leerstehenden Gebäudekomplexes soll nicht nur den Schwimmsport für Schulen und Vereine langfristig sichern und attraktiv machen, sondern auch zu einer Aufwertung der Innenstadt beitragen.
Das ist ein Traum für alle Nostalgiker und vielleicht eine echte Chance für die Zukunft des Komplexes und offenbar nicht aus der Luft gegriffen: Eine erste Planung sieht ein wettkampftaugliches 25-Meter-Schwimmbecken mit sechs Bahnen und zwei Lehrschwimmbecken mit variabel verstellbaren Hubböden vor – alles vielseitig nutzbar und hochmodern.
Schulschwimmen, Vereinssport und mehr
Für Schulschwimmen und Vereinssport, aber auch für Schwimmkurse, Reha-Maßnahmen und weitere Angebote soll das neue Bad genutzt werden können. So sieht es ein erstes Konzept vor, das die niederländische Firma Pellikaan, ein europaweit renommierter Spezialist für den Bau moderner Sport- und Schwimmanlagen, im Auftrag der Stadtwerke und der Stadtverwaltung entwickelt hat.
Zukunftsorientierte Bedingungen
„Damit würden wir langfristig attraktive, moderne und zukunftsorientierte Bedingungen für Schulen, Vereine und die Öffentlichkeit schaffen“, sagte Bürgermeister Sebastian Wagemeyer bei dem Treffen im ehemaligen Wellenbad. Weitere Teilnehmer waren Volker Neumann, Geschäftsführer Stadtwerke Lüdenscheid, Ricardo Rietzschel, Leiter Bäderbetrieb Lüdenscheid, Jens Voß, Vorsitzender Verwaltungsrat des Bäderbetriebs Lüdenscheid und Vorsitzender des Stadtplanungsausschusses der Stadt Lüdenscheid sowie Christoph Weiland, Vorsitzender des Finanzausschusses und stellvertretender Vorsitzender des Bau- und Verkehrsausschusses der Stadt Lüdenscheid und Stadtkämmerer Sven Haarhaus.
Mit der angestrebten Lösung, so die Hoffnung, könne der jahrelange Leerstand im Forum beseitigt werden. Die Pläne der niederländischen Experten beinhalten laut Wagemeyer nämlich auch Überlegungen, wie bestehende Gebäudestrukturen sinnvoll in die Gesamtplanung einbezogen werden könnten.
Mit anderen Worten: Nicht nur in das ehemalige Wellenbad, sondern auch in andere Bereiche des Forums soll neues Leben einziehen. „Die gute bauliche Grundsubstanz und verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten verschaffen uns da jede Menge Handlungsspielraum“, so der Bürgermeister.
Details erst bei weitergehenden Planungen
Das Konzept sieht zwar nach wie vor einen Abriss oder mindestens einen Abriss weiterer Teile des Gebäudekomplexes vor. Andere Bereiche hingegen könnten umgebaut und weiter erhalten bleiben. Wie das im Detail aussehen könnte, werden die weitergehenden Planungen zeigen.
Außerdem sei der Standort durch seine zentrale Lage für Bürger aus allen Stadtteilen sehr gut zu erreichen. Immerhin laufen am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) am Sauerfeld alle Buslinien aus dem gesamten Stadtgebiet zusammen. Und: Viele Schüler könnten ein Schwimmbad in der City sogar fußläufig erreichen, weil viele Schulen in der Nähe liegen.
Arbeitsgruppe tagt seit Monaten
Die vorgestellten Pläne sind das Ergebnis einer Arbeitsgruppe, deren Mitglieder – Verantwortliche der Bäderbetriebe und Vertreter der Stadtverwaltung – bereits seit einigen Monaten intensiv zusammenarbeiten. „Unser Ziel ist es, eine nachhaltige Perspektive für den Schwimmsport und das öffentliche Schwimmen zu schaffen“, sagte Volker Neumann, Geschäftsführer der Stadtwerke Lüdenscheid. „Wir brauchen eine langfristige und zukunftssichere Strategie für die Schwimmbad-Infrastruktur in Lüdenscheid, die gleichzeitig wirtschaftlich tragfähig gestaltet sein muss.“
Wie wichtig das ist, zeige die aktuelle Situation im Familienbad Nattenberg. Der 44 Jahre alter Altbau mit Variobecken ist dort seit einigen Tagen geschlossen, weil das Dachtragewerk saniert werden muss. Der Erweiterungsbau ist inzwischen 18 Jahre alt. „Eine umfassende Sanierung des älteren Gebäudeteils bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung aller Angebote für Schulen, Vereine und die Öffentlichkeit wäre nur mit erheblichen Einschränkungen möglich“, betonte Neumann.
Niederländisches Unternehmen an Bord
Um auf solche Eventualitäten vorbereitet zu sein und einen Plan in der Hinterhand zu haben, entwickelte die Arbeitsgruppe über mehrere Monate verschiedene Lösungsansätze mit dem Ziel, den langfristigen Bedarf an Schwimmmöglichkeiten zu sichern und zugleich neue Impulse für die Stadtentwicklung zu schaffen. Im Frühjahr wurde die niederländische Firma Pellikaan für intensive Gespräche und Vorplanungen mit an Bord geholt, um unterschiedliche Standorte und Nutzungsmöglichkeiten eingehend zu prüfen. Das Forum kristallisierte sich dabei als bevorzugter Standort heraus.
Wie sehen die weiteren Schritte aus? „Wir werden die Planungen nun vertiefen und in den zuständigen politischen Gremien beraten“, kündigte Sebastian Wagemeyer an. Eine Zeitschiene sei aktuell noch nicht absehbar, aber: „Natürlich möchten wir das Projekt im Sinne aller Lüdenscheiderinnen und Lüdenscheider so schnell wie möglich umsetzen, wenn dafür die nötigen politischen Mehrheiten zustande kommen.“ Wirtschaftlich könne die Stadtverwaltung das Projekt in jedem Falle stemmen, so der Bürgermeister. Entsprechende Summen seien im Haushalt der nächsten Jahre eingeplant, „weil wir bereits länger an dem Thema sind und die Sicherstellung des Schulschwimmens zu unseren Pflichten als Stadtverwaltung gehört“.
Der Enervie-Konzern wird die Verluste, die bei der Bewirtschaftung des neuen Bades entstehen, bis zu einer festgelegten Höchstgrenze übernehmen. Bei Beträgen, die darüber hinausreichen Darüber hinaus reichen, springt die Stadt ein.








