Wo sonst Sport betrieben wird, rollten an diesem Wochenende Züge durch detailreich gestaltete Landschaften, vorbei an kleinen Bahnhöfen, Industrieanlagen und liebevoll gebauten Ortschaften. Von Samstag, 16. Mai, bis Sonntag, 17. Mai, verwandelte sich die Sporthalle an der Mühlenstraße in Halver erneut in ein Paradies für Modellbahnfreunde.
Zur großen Modellbahn-Ausstellung versammelten sich zahlreiche Eisenbahnbegeisterte, um gemeinsam eine der größten Anlagen der Region aufzubauen. „Wir sind jetzt hier zum sechsten Mal“, berichtet Markus Kerspe, Vorsitzender des Modelleisenbahnclubs Halver. Die Ausstellung habe sich über die Jahre fest etabliert und ziehe längst nicht mehr nur Besucher aus der näheren Umgebung an. „Wir haben Vereine aus ganz Deutschland, die heute mit ausstellen. Und die Besucher kommen aus Hamburg, München und sogar aus der Schweiz“, sagt Kerspe.
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Ein Jahr Planung für eine riesige Anlage
Die Anlage selbst besteht aus einzelnen Modulen, die von den Vereinen aus ganz Deutschland zusammengefügt wurden. Insgesamt waren rund 75 sogenannte „Modulisten“ beteiligt. „Das Ziel ist, dass wir als Gemeinschaft eine riesige Anlage aufbauen“, erklärt Kerspe.
Die Dimensionen der Ausstellung sind beachtlich: Mehr als 400 Module wurden miteinander verbunden, daraus entstand eine Strecke von rund 1200 Metern Länge. „Wir haben ein Jahr lang hieran geplant“, so der Erste Vorsitzende. Mit dem Aufbau wurde bereits am Mittwoch begonnen, seit der Generalprobe am Freitag rollen die Züge durch die Halle. Der organisatorische Aufwand sei erheblich größer als bei früheren Veranstaltungen. „Wir machen das alle zwei bis drei Jahre. Der Aufwand ist deutlich größer als bei unseren anderen Veranstaltungen“, erklärt Kerspe.
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Großer Besucherandrang
Das Interesse an der Ausstellung war groß. Bereits am Samstag kamen nach Angaben der Veranstalter knapp 500 Besucher. „Tendenziell kommen am Sonntag sogar noch mehr“, sagt Kerspe. Neben der großen Anlage gab es im vorderen Teil der Halle auch verschiedene Händler und Aussteller. Markus Kerspe beschreibt das Konzept der Ausstellung damit, dass sowohl gebrauchte als auch neue Fahrzeuge sowie Zubehör wie Figuren oder Gebäude angeboten werden, sodass es nicht nur eine Bahn zum Anschauen gibt.
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Viel mehr als ein Klischee-Hobby
Für die Vereinsmitglieder steht vor allem die gemeinsame Leidenschaft im Mittelpunkt. „Weil uns das einfach sehr viel Spaß macht“, sagt Kerspe. Gleichzeitig besuche man regelmäßig ähnliche Treffen anderer Vereine. Die Ausstellung sei zudem eine Möglichkeit, das Hobby einer breiteren Öffentlichkeit näherzubringen. „Für uns als Verein ist es auch schön, dieses Interesse mal anders zu zeigen“, erklärt der Vorsitzende.
Gleichzeitig möchte Kerspe mit einem verbreiteten Vorurteil aufräumen: Modelleisenbahnen würden häufig vorschnell als reines Klischee-Hobby abgestempelt. „Es ist aber sehr vielfältig“, betont er. Neben dem eigentlichen Fahrbetrieb seien auch Bereiche wie Elektrik, Holzgestaltung und Landschaftsbau zentrale Bestandteile der Arbeit. Diese Vielfalt spiegelt sich auch im Verein selbst wider. „Bei uns im Verein haben wir unterschiedliche Interessen. Für viele ist etwas dabei“, sagt Kerspe.









